Aktualisiert 30.10.2019 19:28

FernbusseEurobus streicht alle Flixbus-Linien

Eurobus fährt nicht mehr für Flixbus durch die Schweiz. Ab dem 15. November sind alle Linien gestrichen.

von
vro
1 / 6
Seit anderthalb Jahren fuhr Eurobus für Flixbus durch die Schweiz.

Seit anderthalb Jahren fuhr Eurobus für Flixbus durch die Schweiz.

Keystone/Leandre Duggan
Am 15. November ist jedoch Schluss damit. Die Konzession wurde aufgehoben.

Am 15. November ist jedoch Schluss damit. Die Konzession wurde aufgehoben.

Keystone/Leandre Duggan
Eurobus begründet den Entscheid mit der ungenügenden Nachfrage und der fehlenden Praxis bei der Gesetzgebung.

Eurobus begründet den Entscheid mit der ungenügenden Nachfrage und der fehlenden Praxis bei der Gesetzgebung.

Eurobus swiss-express

Das Busunternehmen Eurobus swiss-express bot in der Schweiz auch Flixbus-Verbindungen an. Damit soll nun Schluss sein. Ab dem 15. November werden die Linien eingestellt. Betroffen sind sechs Fernbusse, wie das Unternehmen mitteilt.

Grund für die Sistierung ist die ungenügende Nachfrage. Diese liege deutlich unter den Erwartungen. Rund eineinhalb Jahre nach dem Start des Angebots habe man deshalb beim Bundesamt für Verkehr (BAV) die Aufhebung der Konzession für den Betrieb der drei innerschweizerischen Fernbuslinien beantragt. Das BAV habe der Betriebseinstellung am Montag zugestimmt.

Praxis bezüglich Konzessionsgesuchen fehlt

Man habe einen Beitrag zur Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz leisten wollen. Als Pionier sei es jedoch schwierig, Nachfrageströme vorauszusagen. «Damit der Fernbus in der Schweiz seine Rolle als sinnvolle Ergänzung des öffentlichen Verkehrs finden kann, ist eine Gesetzgebung und Auslegungspraxis erforderlich, welche berücksichtigt, dass der Bus schnell und flexibel auf die effektive Nachfrage reagieren kann. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und somit die angewandte Praxis für Anpassungen der Bewilligung entsprechen zurzeit nicht dieser Voraussetzung», wird Roger Müri, Geschäftsführer bei Eurobus swiss-express, in der Mitteilung zitiert.

Gemeint sind damit etwa Teilstrecken oder Fahrpläne, für die kaum eine Nachfrage bestehe und dennoch unterhalten werden müssten. Im Juli 2019 wollte das Unternehmen deshalb den Fahrplan anpassen. Dies habe man bis heute jedoch nicht umsetzen können. Auch ein Entscheid über Früh- und Nachtverbindungen an die Flughäfen sei nicht gefallen. Weiter fehle eine Praxis im Umgang mit neuen Konzessionsgesuchen im öffentlichen Fernverkehr.

Zukunft der Chauffeure noch offen

Ganz aufgeben wolle man jedoch nicht, so Müri: «Wir sind bei geklärten Rahmenbedingungen gerne bereit, ein neuerliches Engagement in Betracht zu ziehen, da wir von der potenziell ergänzenden Wirkung des Fernbusses in der Schweiz überzeugt sind.»

Wie es mit den betroffenen Chauffeuren weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Laut der Mitteilungen seien gut ausgebildete Fahrer auf dem Markt sehr gefragt. Man sei deshalb zuversichtlich, dass für sie innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens eine Lösung gefunden werde.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.