Aktualisiert 30.11.2011 07:10

Schuldenkrise

Eurogruppe einigt sich auf Hebel

Die Euro-Finanzminister haben sich auf eine Stärkung des Rettungsfonds EFSF durchgerungen. Der Fonds soll künftig Staatsanleihenkäufe zu 20 bis 30 Prozent absichern.

Die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds EFSF soll nach dem Willen der Finanzminister der 17 Euro-Staaten mindestens verdreifacht und möglicherweise sogar verfünffacht werden. Dies sehen Leitlinien über den sogenannten «Hebel» für den EFSF hervor.

Einen entsprechenden Beschluss hätten die Minister am Dienstagabend in Brüssel gefällt, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Der EFSF soll demnach Kredite privater Anleger absichern und deren Ausfallrisiko teilweise übernehmen. Damit könnten Staatsanleihen von Eurostaaten minderer Bonität für Anleger attraktiver werden.

Fünffaches war erhofft

Dem ursprünglich 440 Milliarden Euro schweren EFSF stehen noch etwa 250 Milliarden Euro zum Kreditausleihen zur Verfügung. Diese Summe soll auf mindestens 750 Milliarden Euro verdreifacht werden.

Erhofft wird sogar eine Verfünffachung auf 1,25 Billionen Euro. Allerdings halten Diplomaten inzwischen nur noch eine Verdreifachung für realistisch, weil potenzielle Investoren auf die «Hebel»-Pläne der Eurostaaten skeptisch reagieren.

Beim «Hebel» handelt es sich um zwei Möglichkeiten. Einerseits um eine Art Kreditausfall-Versicherung für private Anleger sowie einen Sondertopf (Co-Investment-Fonds), in den öffentliche und private Mittel fliessen sollen. Dieser kann dann Staatsanleihen aufkaufen. (sda)

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