«Hoffe, er hatte keinen Schock»: Euromillions-Gewinner gibt 79 der 228 Millionen Franken gleich wieder ab

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«Hoffe, er hatte keinen Schock»Euromillions-Gewinner gibt 79 der 228 Millionen Franken gleich wieder ab

Der Gewinner des letzten Euromillions-Jackpot kann wohl schon sehr bald über das Geld verfügen. Allerdings nicht über alles, 35 Prozent des Gewinns fliessen direkt an den Fiskus.

von
Philippe Coradi
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Was könnte man mit dem Gewinn machen? Wir haben hier zwölf (mehr oder weniger) sinnvolle Dinge, die man mit 228 Millionen Franken kaufen könnte. 

Was könnte man mit dem Gewinn machen? Wir haben hier zwölf (mehr oder weniger) sinnvolle Dinge, die man mit 228 Millionen Franken kaufen könnte.

20min/Simon Glauser
Hier könnte man mit 228 Millionen Franken fast 43 Jahre (oder genauer 15’000 Nächte) leben: Das Luxushotel Dolder Grand in Zürich.

Hier könnte man mit 228 Millionen Franken fast 43 Jahre (oder genauer 15’000 Nächte) leben: Das Luxushotel Dolder Grand in Zürich.

Wikipedia/Whgler
Man könnte aber auch 6’705’882 Menschen mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer/Biontech impfen (bei zwei Impfdosen pro Person und einem Kaufpreis der Europäischen Union von 17 Franken pro Dosis.)

Man könnte aber auch 6’705’882 Menschen mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer/Biontech impfen (bei zwei Impfdosen pro Person und einem Kaufpreis der Europäischen Union von 17 Franken pro Dosis.)

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Darum gehts

  • Eine Person aus der Schweiz hat den Jackpot der Euromillions geknackt.

  • 65 Prozent der 228 Millionen Franken landen auf seinem Konto.

  • Der Gewinner muss sich allerdings von selbst melden, er hat dafür sechs Monate Zeit.

228 Millionen Franken (210 Millionen Euro) erwarten eine Person aus der Schweiz. Sie hat über das Internet gespielt, der Name ist «Swisslos» also bekannt. Mehr will Willy Mesmer, Mediensprecher von Swisslos, allerdings nicht sagen und schweigt zu Geschlecht, Alter oder Wohnregion. Nachvollziehbar, das Privatleben des Glückpilzes wäre auf einen Schlag vorbei, die Konsequenzen kaum absehbar.

Millionen aus Brüssel

Damit das Geld auch beim Gewinner ankommt, ist es wichtig, dass sich dieser sobald wie möglich meldet. In diesem Fall ist das nicht mehr nötig. «Ich hoffe aber, dass die Person keinen Herzinfarkt hatte oder in eine Schockstarre gefallen ist,» sagt Mesmer. Am Montag will er die Person kontaktieren.

Dann braucht es noch einen kurzen Moment der Geduld. Denn die 210 Millionen Euro werden erst nächsten Donnerstag von Brüssel an Swisslos überwiesen. Daraufhin folgen Abklärungen, die von Gesetzes wegen nötig sind. Ist alles ok, wird der Betrag der Person, die gewonnen hat, überwiesen. Mesmer geht darum davon aus, dass die Millionen in etwa zehn Tagen auf dem Konto des Glücklichen liegen.

Staat kassiert vorab 35 Prozent

Allerdings nicht der vollständige Betrag: In der Schweiz sind Gewinne bis eine Million Franken steuerfrei, alles darüber muss abgerechnet werden. So wird Swisslos 35 Prozent der verbleibenden 227 Millionen direkt der Eidgenössischen Steuerverwaltung überweisen, also 79,5 Millionen Franken. Dies ist quasi eine Sicherheit für die Steuerbehörden und wird bei der nächsten Steuererklärung mit der Vermögenssteuer abgeglichen. Auf dem Konto des Glücklichen landen also 147,5 Millionen Franken. Die Vermögenssteuer ist kantonal geregelt, je nach Wohnort bezahlen Gewinnende mehr oder weniger.

Mit Räuberstories Gewinn erschleichen

Wer im Lotto gewinnt, hat sechs Monate Zeit, sich zu melden. Offenbar passiert es laut Mesmer immer wieder mal, dass sie nach Gewinnern suchen müssen. «Auf einen Aufruf melden sich dann regelmässig Dutzende Menschen, die alle eine abenteuerliche Geschichte erzählen, warum sie die Gewinner sind.» Allen fehle am Ende aber ein entscheidendes Detail: die Quittung. Einmal suchten sie auch vergeblich: Für eine gewonnene Million konnte kein neues Zuhause gefunden werden, somit floss dieses Geld zurück in den Topf von Swisslos, aus dem auch Gelder für gemeinnützige Projekte gesprochen werden.

Für alle, die in dieser Runde daneben getippt haben: Die 228 Millionen Franken waren zwar der aktuell höchste Jackpot. Das muss aber nicht so bleiben. Sollte es dazu kommen, dass so lange niemand gewinnt, bis der Topf wieder mit 210 Millionen Euro gefüllt ist, wird die Limite um 5 Millionen Euro erhöht.

Euromillions wird seit 2004 gespielt. An der länderübergreifenden Lotterie nehmen Spieler aus Frankreich, Spanien, Grossbritannien, Luxemburg, Belgien, Schweiz, Portugal, Irland und Österreich teil.

Es ist dies nicht der erste Gewinn, der in die Schweiz geht, der aktuelle Gewinner reiht sich aber auf Rang eins ein bei einer kleinen Gruppe von Glücklichen.

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