Milliarden-Projekt: Europa baut den Super-Röntgenlaser
Aktualisiert

Milliarden-ProjektEuropa baut den Super-Röntgenlaser

In Hamburg entsteht der weltweit einmalige Röntgenlaser European XFEL. Damit soll sogar ein Blick in das Innere von Atomen möglich sein. Am Projekt ist auch die Schweiz beteiligt.

Mit vielen Gästen wurde die erste Tunnel- und Bohrertaufe auf der European-XFEL-Baustelle Schenefeld gefeiert. (Bild: European XFEL)

Mit vielen Gästen wurde die erste Tunnel- und Bohrertaufe auf der European-XFEL-Baustelle Schenefeld gefeiert. (Bild: European XFEL)

Für den Röntgenlaser wird ab Donnerstag in Hamburg ein Tunnel erstellt. Am Mittwoch wurde deshalb die Tunnel- und Bohrertaufe gefeiert. Der insgesamt rund eine Milliarde Euro teure Röntgenlaser soll extrem starke und ultrakurze Lichtblitze produzieren, mit denen Forscher wie mit einer Kamera Aufnahmen von kleinsten atomaren Strukturen machen können. Die Anlage wird rund 3,4 Kilometer lang.

Das Projekt wird von zwölf Staaten finanziert, darunter auch die Schweiz. Der Bundesrat hat für die Schweizer Beteiligung einen Betrag von 26,7 Millionen Franken gesprochen. Involviert in das Projekt ist vor allem das Paul Scherrer Institut (PSI).

Detaillierte Bilder von Moleküle

Der Bau der Anlage soll bis 2014 dauern, die ersten Experimente sind für 2015 geplant. Die Anlage erzeugt laserartige Röntgenlichtimpulse, die milliardenfach stärker sind als die Strahlung aus herkömmlichen Röntgenquellen. Zugleich werden diese nur einige billiardstel Sekunden lang.

Auf diese Weise ermöglicht der European XFEL sogar, die Vorgänge in und zwischen einzelnen Atomen während chemischer Reaktionen zu filmen oder extrem detaillierte Bilder von Viren und Molekülen anzufertigen. Dies könnte langfristig neue Chancen bei der Material- und Medikamentenforschung eröffnen. (sda)

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