20.11.2020 13:54

China blockiertEuropa gehen die Test-Affen für den Coronavirus-Impfstoff aus

Damit es in der Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus schneller geht, werden derzeit viele Affen für Tests eingesetzt. Weil China den Export gestoppt hat, droht Europa und den USA ein Engpass.

von
Lucas Orellano
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Europa und den USA gehen bei der Forschung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus die Affen aus.

Europa und den USA gehen bei der Forschung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus die Affen aus.

Reuters
Denn China, woher die meisten Primaten importiert werden, hat einen Exportstopp verhängt.

Denn China, woher die meisten Primaten importiert werden, hat einen Exportstopp verhängt.

Reuters
Tests mit den menschenähnlichen Tieren ermöglichen eine grössere Geschwindigkeit bei der Entwicklung.

Tests mit den menschenähnlichen Tieren ermöglichen eine grössere Geschwindigkeit bei der Entwicklung.

Reuters

Darum gehts

  • Seit Ende Januar exportiert China keine Primaten für Testzwecke mehr.

  • Das stellt die Impfstoffentwickler in den USA und Europa vor Probleme.

  • Denn aus Geschwindigkeitsgründen greifen sie derzeit deutlich stärker auf Tests mit Affen zurück.

Unter normalen Umständen machen Affen nur rund 0,5 Prozent aller Versuchstiere in Europa aus. Für die Forschung zum Impfstoff gegen das Coronavirus benötigt die Wissenschaft nun aber zahlreiche Primaten, an denen die Impfungen getestet werden. Denn Tests mit den menschenähnlichen Tieren ermöglichen eine grössere Geschwindigkeit bei der Entwicklung. Doch wie die NZZ berichtet, drohen den Wirkstoffproduzenten in Europa und den USA Engpässe.

Denn Versuche mit Primaten sind meist die letzte Stufe, bevor ein Präparat an Menschen getestet wird. Aber aus Tierschutzgründen werden in Europa nur wenige Versuchs-Affen gezüchtet. Benötigt werden sie derzeit trotzdem, weshalb die EU fast 90 Prozent importiert. Vor allem aus China, wo laxere Gesetze gelten.

In den USA ist der Primatenmangel in den Labors bereits spürbar, in Europa kündigt er sich ebenfalls an. Grund dafür ist, dass China bereits im Januar einen Exportstopp verhängt hat. Gemäss NZZ wandte sich der europäische Verband der Tierversuchsforschung Mitte Oktober mit einem Hilferuf an die WHO. Die Bemühungen blieben bislang erfolglos.

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