Europa im Griff der Hitze
Aktualisiert

Europa im Griff der Hitze

Hitzewellen, Unwetter und Überschwemmungen: Das Wetter sorgt in Europa und anderen Teilen der Welt für Turbulenzen. Spanien, Frankreich und Kalifornien melden Hitzetote. In Kroatien brennen Wälder.

In Spanien sind bisher neun Menschen Opfer der Hitzewelle geworden. Nach Medienberichten vom Montag starben sie an einem Hitzschlag. Die hohen Temperaturen sollen dort noch bis Donnerstag anhalten. Neben dem Festland sind besonders auch die Kanarischen Inseln und die Balearen betroffen.

Auf Mallorca und den Kanaren, in der katalanischen Provinz Gerona sowie den autonomen Städten Ceuta und Melilla herrscht weiter Alarmstufe eins. Sie gilt auch für das nordspanische Saragossa, wo Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad Celsius erwartet wurden. In Frankreich stieg die Zahl der Hitzetoten auf 24.

Auch in Südosteuropa dauerte die Hitzewelle am Montag an. Rekordtemperaturen bis 39 Grad wurden im kroatischen Knin, dem bosnischen Mostar und der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica gemessen, meldeten die örtlichen Medien.

Die Hitze und die Dürre führten zu zahlreichen Wald- und Buschbränden. In Kroatien sind in der ersten Julihälfte 380 Brände registriert worden, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Wale und Delfine

Vor der schottischen Küste wurden in den vergangenen Wochen deutlich mehr Wale und Delfine gesichtet als je zuvor. Britische Wissenschaftler machen dafür die Erwärmung der nördlichen Meere durch die anhaltende Hitzewelle sowie erhöhte Temperaturen bereits seit einigen Jahren verantwortlich, wie der Sender BBC am Montag berichtete.

In Schweden ist ein als Ritter verkleideter Mann am Sonntag von einem Blitz getroffen worden und anschliessend gestorben. Schwere Gewitter und Hagelstürme gingen über zahlreiche Gebiete Skandinaviens nieder. Wochenlang hatte es dort nicht mehr geregnet.

Eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen hat in Kalifornien erste Opfer gefordert. In Stockton, wo am Sonntag ein Höchstwert von 46 Grad Celsius gemessen wurde, erlitt eine Altenheimbewohnerin einen Hitzschlag.

Wie der «San Francisco Chronicle» berichte, mussten nach dem Ausfall einer Klimaanlage mehr als 100 Senioren in umliegende Heime gebracht werden. Mehrere Menschen, darunter ein Wanderer und ein Gärtner, sollen an den Folgen der brütenden Hitze in den letzten Tagen gestorben sein, hiess es in Medienberichten.

Weitere Taifun-Tote in China

Unterdessen ist die Zahl der Toten nach dem Taifun «Bilis» in China auf mehr als 600 gestiegen, etwa 200 Menschen werden noch vermisst. Mehr als drei Millionen Einwohner wurden wegen des Sturms in den vergangenen Tagen in Sicherheit gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag meldete.

Während die Aufräumarbeiten liefen, nahm ein weiterer Wirbelsturm Kurs auf den Südosten des Landes. Dort soll der Taifun «Kaemi» am Dienstag oder Mittwoch auftreffen.

In Nordkorea kamen nach Berichten offizieller Medien in den vergangenen Tagen Hunderte von Menschen bei verheerenden Unwettern ums Leben oder werden vermisst. Die jüngsten Überschwemmungen haben nach Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) etwa 60 000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben oder ganz obdachlos gemacht.

Auf der südjapanischen Hauptinsel Kyushu starben nach heftigen Regenfällen am Wochenende und am Montag vier Menschen, ein weiterer wird vermisst. (sda)

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