Aktualisiert

WohlstandsverteilungEuropa ist reicher als Nordamerika

Europa hat Nordamerika einer Studie zufolge als weltweit wohlhabendste Region abgehängt, da die Krise hier nur 6 Prozent des Wohlstands auffrass, in der neuen Welt dagegen 22 Prozent.

Zwar hinterliess die Finanzkrise auf beiden Kontinenten ihre Spuren und brachte das Vermögen zum Schrumpfen. In Nordamerika lagen 2008 allerdings nur noch gut 29 Billionen Dollar auf der hohen Kante, geht aus einem am Dienstag vorgestellten Bericht der Boston Consulting Group hervor. In den europäischen Staaten waren es hingegen knapp 33 Billionen Dollar.

Während Nordamerika und insbesondere die USA im Vergleich zum Vorjahr knapp 22 Prozent des Wohlstands einbüsste, waren es in Europa weniger als sechs Prozent. Weltweit sank die Summe des angelegten Vermögens um knapp zwölf Prozent auf 92,4 Billionen Dollar.

Lateinamerika war der Studie zufolge die einzige Region, in der ungeachtet der globalen Rezession den Vermögensverwaltern mehr Geld anvertraut wurde. Hier stieg die Summe des Vermögens auf 2,5 Billionen von 2,4 Billionen Dollar.

Fast ein Fünftel weniger Millionäre

Leidtragende der Krise waren insbesondere Millionäre, die sich auf riskante Geldanlagen eingelassen hatten, wie die Studie herausfand. Ihre Zahl sank weltweit um knapp 18 Prozent auf neun Millionen. Besonders hart traf es Europa und Nordamerika, wo die Zahl der Wohlhabenden um knapp ein Viertel zurückging. Dennoch verzeichnen die USA weiterhin mit 3,9 Millionen Millionären die höchste Zahl weltweit.

Vor genau einem Jahr hatte der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers das Finanzsystem weltweit in die Krise gestürzt. Alle grossen Volkswirtschaften rutschten in eine Rezession, aus der sie sich nur langsam herausarbeiten. (sda)

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