29.10.2020 08:23

Trotz RekordzahlenEuropa macht dicht – aber Schweden lockert die Corona-Massnahmen

Schweden geht erneut einen Sonderweg. Während andere europäische Länder ihre Corona-Massnahmen verschärfen, verzichtet das skandinavischen Land darauf.

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Schweden plant keine Verschärfung der Corona-Massnahmen. 

Schweden plant keine Verschärfung der Corona-Massnahmen.

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Anstatt wie andere europäische Länder auf strengere Massnahmen zu setzen, lockert das Land die Corona-Regeln. 

Anstatt wie andere europäische Länder auf strengere Massnahmen zu setzen, lockert das Land die Corona-Regeln.

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So gilt beispielsweise weiterhin keine Maskenpflicht. 

So gilt beispielsweise weiterhin keine Maskenpflicht.

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Darum gehts

  • Schweden verzeichnet Rekordzahlen bei den Neuinfektionen.

  • Trotzdem verschärft das Land die Corona-Massnahmen nicht.

Die zweite Corona-Welle trifft auch Schweden hart. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden 1980 neue Corona-Fälle. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 9 auf 5927.

Doch anstatt wie andere europäische Länder auf strengere Massnahmen zu setzen, lockert das Land die Corona-Regeln sogar. So gilt beispielsweise weiterhin keine Maskenpflicht. Geschäfte und Restaurants in Stockholm haben weiterhin normal geöffnet. Und auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind teilweise randvoll.

Erst kürzlich hob die Gesundheitsbehörde ihre seit dem 1. April geltenden Zusatzempfehlungen, wie zum Bespiel den Verzicht auf öffentliche Verkehrsmittel, für über 70-Jährige auf. Zudem wurde Anfang Oktober das Besuchsverbot in Altenheimen aufgehoben. Ebenso wird die Obergrenze für Zuschauer bei Kultur- und Sportveranstaltungen ab dem 1. November von 50 auf 300 Personen angehoben.

Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell warnt vor landesweiten Corona-Restriktionen. «Die Leute können sich an so strenge Anweisungen nur eine begrenzte Zeit lang halten und das Timing ist entscheidend.» Zudem meint er: «Wir dürfen nicht zu früh anfangen und auch nicht zu lange warten.»

In Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen gibt es allerdings verschärfte Corona-Empfehlungen. Den Bewohnern in der Region Schonen in Südschweden wird geraten, öffentliche Verkehrsmittel, Geschäfte, Museen und Fitnessstudios zu meiden.

Den Bewohnern der Universitätsstadt Uppsala wird seit vergangener Woche empfohlen, auf öffentliche Verkehrsmittel und physische Kontakte zu Menschen ausserhalb des eigenen Haushalts möglichst zu verzichten.

(mon, REUTERS)

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