Aktualisiert 18.12.2010 15:03

WinterwetterEuropa versinkt im Schnee - Flughäfen zu

Schnee und Eis sorgen europaweit für starke Einschränkungen im Flug-, Bahn- und Strassenverkehr. Besonders betroffen ist Grossbritannien.

Der britische Wetterdienst registrierte den kältesten Dezember seit hundert Jahren. Eine rekordverdächtige Kältewelle mit Temperaturen von bis zu minus 13 Grad führten in Grossbritannien am traditionell verkehrsreichsten Wochenende vor Weihnachten zu massiven Beeinträchtigungen im Flugverkehr.

Die Fluglinie British Airways strich bis Samstagnachmittag alle Verbindungen an den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick. Auch der Billigflieger Easyjet stellte am Morgen alle Flüge von und nach Gatwick ein. Der Eurostar nach Frankreich konnte nur mit gedrosseltem Tempo fahren, die Fähren schränkten ihren Betrieb ebenfalls ein.

Auch zahlreiche weitere europäische Flughäfen kämpften mit Schnee und Eis. Allein am Frankfurter Flughafen wurden schon am Samstagvormittag über 100 Flüge gestrichen. Tausende von Passagieren warteten auf ihren Abflug. Es wurde damit gerechnet, dass im Lauf des Tages noch mehr Starts und Landungen annulliert werden müssen.

Zwar seien die Bahnen vom Schnee geräumt, allerdings bekomme Frankfurt die Schliessungen anderer europäischer Flughäfen zu spüren, sagte ein Flughafen-Sprecher. Bereits am Freitag waren 560 von 1400 Flügen in Frankfurt ausgefallen.

Tumulte bei der Gepäckabfertigung

Die Stimmung unter den Passagieren wird als «sehr angespannt» beschrieben. Als Engel verkleidete Mitarbeiter sollten beruhigend auf die Fluggäste einwirken, die mitunter schon seit Tagen auf ihren Flug warteten.

In einer schier endlosen Warteschlange, die sich quer durch das Terminal 1 zog, warteten hunderte Passagiere. Am Samstagvormittag kam es wegen Verzögerungen bei der Gepäckabfertigung erstmals zu wütenden Tumulten. Die Polizei musste die aufgebrachten Passagiere zur Ruhe bringen.

Auch auf den Schweizer Flughäfen mussten sich hunderte von Passagiere in Geduld üben. Am Flughafen Zürich wurden für Samstag bereits 24 Abflüge und 29 Landungen annulliert, wie ein Sprecher auf Anfrage erklärte. Eine Reihe weiterer Flüge war verspätet. Dasselbe Bild zeigte sich am EuroAirport in Basel und am Flughafen Genf.

Norditalien unter dicker Schneedecke

Heftige Schneefälle legten das öffentliche Leben auch in Teilen Italiens lahm. Die Flughäfen in der Toskana wurden geschlossen, der Zugverkehr kam zum Stillstand, hunderte Autofahrer blieben im Schnee stecken und mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen.

Am Samstagmorgen waren die Einsatzkräfte im Raum Florenz noch immer damit beschäftigt, Autos und Lastwagen aus den Schneemassen zu befreien. Freiwillige versorgten die Autofahrer mit Decken und heissen Getränken, viele hatten ihre Fahrzeuge aber stehengelassen und sich zu Fuss auf den Weg zu den nächsten Ortschaften gemacht.

Am Bahnhof Florenz war der Zugverkehr lahmgelegt, knapp 5000 gestrandete Passagiere wurden in einem nahegelegenen Kongresszentrum untergebracht.

Auf den Strassen im Nordosten Frankreichs ging am Samstag abschnittsweise nichts mehr. Auf den Autobahnen kam es auf eisglatter Fahrbahn zu zahlreichen Unfällen, eine Person wurde nach Angaben der örtlichen Behörden schwer verletzt. Auch der Busverkehr kam wegen glatter Strassen teilweise zum Erliegen.

(sda)

Londoner Flughäfen nach Schnee-Chaos geschlossen

Nach heftigen Schneefällen sind am Samstag die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick komplett geschlossen worden. Der grösste britische Airport Heathrow sollte bis mindestens 16.00 Uhr (Ortszeit) geschlossen bleiben.

Gatwick kündigte an, seine Start- und Landebahn bis mindestens 15.00 Uhr geschlossen zu halten. Dies sei nötig, um die Schneemassen beiseitezuräumen. Dort waren 47 Schneepflüge und Traktoren im Einsatz.

Auch vom kleineren Londoner City Airport sowie von den Airports in Exeter, Birmingham, Cardiff, Bristol und Aberdeen wurden erhebliche Probleme gemeldet. Busse und Bahnen verkehrten mit erheblichen Verspätungen. Viele Weihnachtspendler kamen nicht oder nur mit erheblicher Verspätung zu ihren Familien. In London fielen am Samstag binnen weniger Stunden bis zu 15 Zentimeter Schnee.

In der Nacht hatten in der Gegend um die nordenglische Stadt Manchester mehrere hundert Autofahrer auf der Autobahn festgesessen. Sie mussten stundenlang in ihren Fahrzeugen ausharren.

In Wales hatten bereits am Freitag hunderte Schulen wegen heftiger Schneefälle und unpassierbarer Strassen schliessen müssen. Krankenhäuser riefen Fachkräfte zum Aushelfen aus, weil Teile des Stammpersonals nicht zur Arbeit kamen. Mehrere Fussballspiele der englischen Premier-League wurden abgesagt.

Die Auslieferung von Paketsendungen war beeinträchtigt. Viele Briten befürchteten, dass ihre Weihnachtspost nicht rechtzeitig zu den Empfängern kommt.

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