Aktualisiert 04.06.2015 14:12

Lieblingsdroge

Europäer stehen auf Cannabis

Des Europäers liebste Droge ist Haschisch. Jeder vierte hat schon einmal gekifft. Auch bei Delikten spielt Cannabis eine Hauptrolle.

von
kko
Droge Nummer 1 ist Haschisch: Ein Schweizer raucht einen Joint.

Droge Nummer 1 ist Haschisch: Ein Schweizer raucht einen Joint.

Das in den 28 EU-Mitgliedstaaten am meisten verbreitete Rauschgift hat mehrere Namen: Cannabis, Gras, Haschisch, Marihuana, Pot. Nach Angaben der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon haben 79 Millionen EU-Einwohner irgendwann in ihrem Leben mal Haschisch genommen, das ist fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung. An zweiter Stelle kommt Kokain mit 15,6 Millionen Konsumenten, heisst es im am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht weiter.

Der Statistik zufolge ist Marihuana bei 60 Prozent aller Drogendelikte im Spiel und macht 80 Prozent der Rauschgift-Beschlagnahmungen aus. Die Beobachtungsstelle verweist darauf, dass in Nord- und Südamerika mit der Entkriminalisierung der Droge und einem regulierten Verkauf experimentiert wird, der Fokus in Europa aber noch immer auf den Gesundheits- und Suchtgefahren von Marihuana liegt.

Hoch konzentrierte Produkte erhöhen die Gesundheitsrisiken

Das organisierte Verbrechen ist dem Bericht zufolge vermehrt in Produktion und Schmuggel von Marihuana eingestiegen. Hoch konzentrierte Cannabisprodukte erhöhten die Gesundheitsrisiken der Nutzer.

Einen Anstieg vermeldete die Beobachtungsstelle bei den synthetischen Drogen. Im vergangenen Jahr seien 101 neue Variationen identifiziert worden, 2013 seien es noch 80 gewesen. Die Substanzen fallen nicht unter internationales Recht und werden oft über das Internet als «legal highs» verkauft. (kko/sda)

Europaweit steigt der Wirkstoff-Anteil in illegalen Drogen

Der Stoff, der auf dem europäischen Drogenmarkt gehandelt wird, ist so rein, wie seit längerem nicht mehr.

Der gleiche Trend wird in der Schweiz beobachtet. Für die Konsumierenden kann dies gefährlich werden.

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) hat am Donnerstag ihren Bericht 2015 veröffentlicht. Die Fachleute haben festgestellt, dass der Reinheitsgrad von Heroin, Kokain und Amphetaminen im letzten Jahr angestiegen ist. Zuvor war eine gegenteilige Entwicklung beobachtet worden: Während einigen Jahren enthielten die Drogen immer weniger Wirkstoff.

Auch in Ecstasy-Pillen und in Cannabisprodukten sei ein höherer Anteil der Wirkstoffe festgestellt worden, schreibt die EMCDDA in einer Mitteilung zum Bericht.

Nimmt ein Drogenkonsument oder eine -konsumentin also an, der Stoff enthalte nur wenig Wirkstoff, ist die Gefahr gross, dass er oder sie eine Überdosis bekommt. (SDA)

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