Kampf gegen Krebs: Europäische Union will «tabakfreie Generation»
Publiziert

Kampf gegen KrebsEuropäische Union will «tabakfreie Generation»

Die EU sagt Alkohol und Tabak den Kampf an. Bis 2040 sollen nur noch fünf Prozent der Europäer rauchen. Drinks und Zigaretten sollen weniger gut verfügbar und teurer werden.

1 / 8
Die EU sagt dem Rauchen den Kampf an.

Die EU sagt dem Rauchen den Kampf an.

Foto: 20min/Simon Glauser
Bis 2040 sollen nur noch fünf Prozent der Europäer und Europäerinnen rauchen.

Bis 2040 sollen nur noch fünf Prozent der Europäer und Europäerinnen rauchen.

Lorenz Hanselmann
Die EU-Kommission spricht von einer rauchfreien Generation.

Die EU-Kommission spricht von einer rauchfreien Generation.

Foto: 20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Alkohol und Tabak sollen teurer werden, wenn es nach der EU-Kommission geht.

  • Der Kommission schwebt eine «tabakfreie Generation» vor.

  • Der Plan ist Teil der Krebsbekämpfung der EU. 2020 wurde bei 2,7 Millionen Menschen in Europa Krebs diagnostiziert.

Im Kampf gegen den Krebs will die EU-Kommission die Raucherquote drastisch drücken und deshalb Tabak weiter reglementieren und teurer machen. Bis 2040 soll der Anteil der Raucher in der Europäischen Union von heute 25 Prozent auf unter fünf Prozent sinken. Auch Preise für Alkohol könnten steigen, um riskanten Konsum und Krebsgefahren einzudämmen. Beides ist Teil eines europäischen Plans gegen den Krebs, den die EU-Kommission am Mittwoch vorlegte – einen Tag vor dem Weltkrebstag.

2020 wurde nach offiziellen Angaben bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs entdeckt. 1,3 Millionen Patienten starben an der in vielen Varianten auftretenden Krankheit. Bei der Vorbeugung von Krebs nimmt die EU-Kommission deshalb erneut den Tabak ins Visier, der nach ihren Angaben für 15 bis 20 Prozent aller Krebserkrankungen in der EU verantwortlich ist.

Ziel sei eine «tabakfreie Generation», sagte Kommissionsvize Margaritis Schinas. Konkret will die Kommission im Kampf gegen das Rauchen bei Tabak Produktstandards verschärfen, die Mindestbesteuerung anpassen und gegen Tabakwerbung in sozialen Medien und beim Sponsoring vorgehen.

Umfassender Plan gegen Krebs

Auch Alkohol ist aus Sicht der Kommission als Krebsrisiko unterschätzt. Deshalb wolle man mit den EU-Staaten dafür sorgen, dass Alkohol weniger preiswert und weniger verfügbar ist, dass Werbung eingeschränkt und besser über Risiken aufgeklärt wird. Auch hier sollen EU-Steuerregeln unter die Lupe genommen werden. Man werde zudem Gesundheitshinweise auf alkoholischen Getränken vorschlagen, sagte Kommissarin Stella Kyriakides.

Der Plan gegen den Krebs ist aber weit umfassender. Neben der Prävention sollen auch Behandlung und Nachbehandlung verbessert werden. Derzeit seien die Überlebenschancen in den 27 EU-Staaten unterschiedlich, erklärten die Kommissare.

Deshalb schlugen sie vor, in allen EU-Staaten bis 2025 sicherzustellen, dass mindestens 90 Prozent der Risikogruppen für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs Früherkennungstests angeboten werden. Bis 2030 sollen 90 Prozent der betroffenen Patienten Zugang zu nationalen Krebszentren haben, die in der EU vernetzt sein sollten.

Langjährige Raucher sollen aufhören

Zur Vorbeugung sollen Impfungen gegen bestimmte Krebsarten stark ausgeweitet werden. Bei Mädchen, für die es eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gibt, soll bis 2030 eine Impfquote von 90 Prozent erreicht sein. Zudem sollen auch die Risikofaktoren Umweltverschmutzung, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel gezielt bekämpft werden.

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, will sich verstärkt dafür einsetzen, dass langjährige Raucher aufhören. «Ich arbeite daran, genau diese Zielgruppe noch besser zu erreichen, ihnen bestehende und neue Hilfsangebote aufzuzeigen», sagte Ludwig der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «In der aktuellen Situation, mitten in einer Pandemie, ist es umso wichtiger, auf sich und seine Gesundheit zu achten.»

(DPA)

Deine Meinung

152 Kommentare