Europäische Zentralbank erhöht Leitzins um 0,5 Prozent

Aktualisiert

Frankfurt am MainEuropäische Zentralbank erhöht Leitzins um 0,5 Prozent

Die Inflation im Euroraum hält sich hartnäckig auf hohem Niveau. Die Europäische Zentralbank stemmt sich mit einer weiteren Zinserhöhung dagegen.

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Die EZB folgt der US-Notenbank und erhöht ihren Leitzins ebenfalls um 0,5 Prozent. Bild: Das Gebäude der EZB in Frankfurt am Donnerstag. 

Die EZB folgt der US-Notenbank und erhöht ihren Leitzins ebenfalls um 0,5 Prozent. Bild: Das Gebäude der EZB in Frankfurt am Donnerstag. 

REUTERS

Darum gehts

  • Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins weiter erhöht. 

  • Neu steht er bei 2,5 Prozent, wie die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

  • Im Oktober hatte die Inflation mit 10,6 Prozent einen Höchststand erreicht.

Die Euro-Währungshüter erhöhen im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation zum vierten Mal in Folge die Zinsen und treten bei Anleihenkäufen auf die Bremse. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beschloss am Donnerstag eine Zinsanhebung um 0,5 Prozentpunkte und stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht.

Zunächst steigt der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Geld bei der EZB leihen können, auf 2,50 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Angesichts wachsender Sorgen um die Konjunktur fällt die Anhebung allerdings etwas geringer aus als die beiden vorangegangenen Zinsschritte.

EZB will Anleihenbestände verringern

Zugleich will die Notenbank den Umfang der in den vergangenen Jahren von den Euro-Notenbanken aufgekauften, milliardenschweren Anleihenbestände verringern. Von März 2023 sollen Gelder aus auslaufenden Wertpapieren des billionenschweren allgemeinen Kaufprogramms APP nicht mehr in vollem Umfang in den Kauf neuer Anleihen gesteckt werden. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2023 sollen die Bestände monatlich im Durchschnitt um 15 Milliarden Euro verringert werden.

Den Erwerb frischer Wertpapiere hatte die EZB bereits zum 1. Juli 2022 eingestellt. Insgesamt steckte die Notenbank im Rahmen des seit März 2015 genutzten Programms bis Ende November des laufenden Jahres mehr als 3,4 Billionen Euro in Staatsanleihen und Unternehmenspapiere. Mit der nun beschlossenen Eindämmung der Geldflut sendet die EZB ein weiteres Signal in Richtung Inflationsbekämpfung.

Die Notenbank strebt für den Euroraum mittelfristig stabile Preise bei einer Inflationsrate von zwei Prozent an. Von diesem Ziel sind die Währungshüter derzeit weit entfernt. Im November lag die Teuerung im gemeinsamen Währungsraum der 19 Länder bei zehn Prozent. Im Oktober hatte die Inflation mit 10,6 Prozent einen Höchststand erreicht. 

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(dpa/fis)

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