Aktualisiert 29.08.2013 04:16

Frauenquote

Europäische Zentralbank will mehr Chefinnen

Die wichtigen Entscheidungen in der europäischen Geldpolitik werden bislang fast ausschliesslich von Männern getroffen. Die Einführung einer Frauenquote soll das ändern.

von
jbu

Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Anteil der Frauen in ihren Führungsebenen bis Ende 2019 verdoppeln. Geplant sei, dass bis dahin im mittleren Management 35 Prozent und im oberen Management 28 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt seien.

Das sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen der «Süddeutschen Zeitung» vom Donnerstag. Demnach fasste das Direktorium der Notenbank dazu einen entsprechenden Beschluss. Derzeit liegt der Anteil von Frauen auf diesen Ebenen bei 17 beziehungsweise 14 Prozent.

Im wichtigsten Gremium – im Rat der Europäischen Zentralbank, der über den Euro und dessen Schicksal bestimmt – sitzen heute gemäss der «Süddeutschen Zeitung» ausschliesslich Männer.

«Mentalitätswandel» nötig

Die Umsetzung des ambitionierten Ziels der Frauenquote erfordere ein Umdenken bei den Führungskräften der Notenbank, wird Asmussen im Artikel zitiert. Entscheidend für den Erfolg sei ein «Mentalitätswandel der heutigen Führungspersonen» in der EZB.

Die «Süddeutsche Zeitung» wertet die Einführung der Frauenquote als weiteren Versuch der EZB, ihr Image aufzupolieren. Erst Ende Juli hatte die Zentralbank bekannt gegeben, dass sie künftig die Protokolle ihrer Ratssitzungen veröffentlichen will, damit die Öffentlichkeit ihre Entscheidungen besser verstehen kann. (jbu/sda)

Fehler gefunden?Jetzt melden.