Curling-EM: Europameister Michel bleibt auf Playoff-Kurs

Aktualisiert

Curling-EMEuropameister Michel bleibt auf Playoff-Kurs

Mit 4:3 Siegen bleiben die Curler um Skip Sven Michel an der EM auf dem Weg Richtung Playoffs. Am Dienstag verlieren sie gegen Norwegen 3:7 und schlagen Deutschland 6:4.

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Samstag, 29. November 2014Nach WM- nun auch EM-Gold: Carole Howald, Christine Urech, Franziska Kaufmann, Irene Schori und Skip Binia Feltscher (v. l.) spielen sich mit dem Triumph in Champéry in einen erlesenen Kreis. Erst vier Frauen-Teams war es zuvor gelungen, beide Titel im gleichen Kalenderjahr zu gewinnen.

Samstag, 29. November 2014Nach WM- nun auch EM-Gold: Carole Howald, Christine Urech, Franziska Kaufmann, Irene Schori und Skip Binia Feltscher (v. l.) spielen sich mit dem Triumph in Champéry in einen erlesenen Kreis. Erst vier Frauen-Teams war es zuvor gelungen, beide Titel im gleichen Kalenderjahr zu gewinnen.

Keystone/Anthony Anex
Feltscher führte ihre Flimserinnen zum 8:7-Finalsieg gegen die Russinnen mit Skip Anna Sidorowa (hinten links).

Feltscher führte ihre Flimserinnen zum 8:7-Finalsieg gegen die Russinnen mit Skip Anna Sidorowa (hinten links).

urs Raeber/freshfocus
Die Entscheidung zugunsten der Schweizerinnen fiel im 8. End, in dem sie von 4:4 auf 8:4 davonzogen.

Die Entscheidung zugunsten der Schweizerinnen fiel im 8. End, in dem sie von 4:4 auf 8:4 davonzogen.

Keystone/Anthony Anex

Europameister Sven Michel und seine Crew mit Stefan Meienberg, Simon Gempeler und Florian Meister bewiesen am Dienstag in der gut besuchten Eishalle in Champéry viel Moral. Denn das 3:7 gegen Norwegen im Duell der Europameister mit dem Weltmeister hätte demoralisierend sein können. Denn es war kein wirkliches Duell. In der ersten Hälfte stand die Partie zwar auf hohem Niveau. Die routinierten Norweger vermochten jedoch die wenigen Fehlsteine des Teams vom CC Adelboden konsequent zu nutzen. So stand es nach vier Ends 4:1, und nach einem gestohlenen Zweierhaus im 5. End war der Match praktisch gelaufen.

Starke Reaktion gegen Deutschland

Am Nachmittag, im Match gegen das bisher überraschend stark aufgetretene deutsche Team um Skip Alexander Baumann, präsentierten sich die Curler des CC Adelboden jedoch so, als würden sie mitten in einer Siegesserie stecken: dezidiert, selbstbewusst, siegesgewiss. Sven Michel persönlich zeigte gegen Schluss der guten Partie ein Reihe von hervorragenden Steinen, mit denen er dem Gegner den Schneid abkaufte.

Mit der Zwischenbilanz von vier Siegen und drei Niederlagen haben die Berner Oberländer das Weiterkommen in der eigenen Hand. Mit Siegen in den abschliessenden Vorrundenspielen vom Mittwoch gegen Lettland und Dänemark würden sie die Playoffs höchstwahrscheinlich auf dem direkten Weg ohne Tiebreaks erreichen.

Hartes Stück Arbeit gegen Tschechinnen

Die Weltmeisterinnen um Skip Binia Feltscher brachten im sechsten Spiel den vierten Sieg ins Trockene. Beim 11:6-Erfolg gegen die noch punktelosen Tschechinnen würde man normalerweise von einem Pflichtsieg sprechen. Es wurde allerdings ein hartes Stück Arbeit.

Binia Feltscher verpasste im 2. End einen sicher scheinenden Zweier zum 2:1 und musste gleich darauf ein Dreierhaus zum 1:4-Rückstand hinnehmen. Mit einem weiteren Zweierhaus im 5. End verschafften sich die von Linda Klimova angeführten Tschechinnen eine 6:2-Führung. Wie oft an grossen Turnieren liessen sie gegen das Ende der Partie nach und erhöhten ihre Fehlerquote. In den Ends 6 bis 8 notierten die Schweizerinnen acht Steine (davon sechs gestohlene!) zum entscheidenden 10:6.

Christine Urech, Franziska Kaufmann, Irene Schori und Binia Feltscher vermieden mit ihrer spektakulären Wende die allererste Niederlage eines Schweizer Frauenteams gegen Tschechien an Welt- und Europameisterschaften. Mit nunmehr vier Siegen aus sechs Spielen befinden sich die Schweizerinnen auf Kurs Richtung Playoffs.

Im Match gegen Lettland spielten die Schweizerinnen mit dem Vorteil des letzten Steins zunächst defensiv. Im 3. End packten sie die erste sich bietende Chance mit einem Dreierhaus, das den weiteren Verlauf des Spiels prägte. Lettlands erfahrener Skip Iveta Stasa-Sarsune hatte im ganzen Spiel grosse Mühe mit der Länge der Steine, sodass die Schweizerinnen weitere Punkte stehlen konnten. Zum frühestmöglichen Zeitpunkt, nach sechs Ends, gaben die Lettinnen auf.

Champéry VS. Europameisterschaften. Round Robin. Männer. 6. Runde: Norwegen (Havard Vad Petersson, Christoffer Svae, Torger Nergard, Skip Thomas Ulsrud) - Schweiz (TV/Adelboden/Stefan Meienberg, Simon Gempeler, Florian Meister, Skip Sven Michel) 7:3. Italien (Amos Mosaner) - Deutschland (Alexander Baumann) 8:7. Schweden (Niklas Edin) - Russland (Jewgeni Archipow) 7:4. Dänemark (Rasmus Stjerne) - Lettland (Ritvars Gulbis) 8:6. Schottland (David Edwards) - Tschechien (Jiri Snitil) 6:5.

7. Runde: Schweiz - Deutschland (Sebastian Schweizer, Marc Muskatewitz, Manuel Walter, Skip Alexander Baumann) 6:4. Tschechien - Dänemark 5:3. Russland - Schottland 6:5. Schweden - Norwegen 7:6. Italien - Lettland 8:2.

Rangliste (je 6 Spiele): 1. Schweden 14. 2. Italien 10. 3. Schweiz, Norwegen und Russland je 8. 6. Deutschland, Schottland und Tschechien je 6. 9. Dänemark und Lettland je 2.

Frauen. 6. Runde: Schweiz (Flims/Christine Urech, Franziska Kaufmann, Irene Schori, Skip Binia Feltscher) - Tschechien (Katerina Urbanova, Zuzana Hajkova, Kamila Mulacova, Skip Linda Klimova) 11:6. Russland (Anna Sidorowa) - Deutschland (Andrea Schöpp) 9:6. Dänemark (Lene Nielsen) - Finnland (Sanna Puustinen) 8:2. Schweden (Anna Hasselborg) - Lettland (Iveta Stasa-Sarsune) 7:5. Estland (Maile Moelder) - Schottland (Eve Muirhead) 9:8 nach Zusatz-End.

7. Runde:

Schweiz (Flims/Binia Feltscher) - Lettland (Iveta Stasa-Sarsune) 8:0.

Rangliste (je 6 Spiele): 1. Russland 12/6. 2. Schweiz 10/7. 3. Dänemark, Finnland und Schweden je 8/6. 6. Deutschland und Schottland je 6/6. 8. Estland und Lettland je 2/6. 10. Tschechien 0. (si)

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