Aktualisiert 07.10.2006 21:29

Europarat bestürzt über Journalisten-Mord

Der Europarat hat mit Bestürzung auf die Ermordung der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja reagiert.

Die Umstände, unter denen sie ihr Leben verloren habe, machten ihn tief betroffen, erklärte der Generalsekretär des Europarats, Terry Davis, am Samstag in Strassburg.

Aussergewöhnlicher Mut und Entschiedenheit hätten die Journalistin ausgezeichnet. Ihre Berichte über den Konflikt in Tschetschenien hätten der russischen Öffentlichkeit und der ganzen Welt ermöglicht, sich ein unabhängiges Bild von dem zu machen, wie ganz gewöhnliche Menschen den Konflikt erlebten, erklärte Davis. Auch der Menschenrechtskommissar des Europarats, Thomas Hammarberg, würdigte die 48-Jährige als eine Frau, deren Menschenrechtsarbeit international anerkannt worden sei. Sie sei eine der wichtigsten Kämpferinnen für Menschenrechte im heutigen Russland gewesen.

Die prominente Kolumnistin und Tschetschenien-Expertin Politkowskaja wurde am Samstag in Moskau getötet. Ihre Leiche sei im Aufzug eines Wohngebäudes entdeckt, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AP. Die Staatsanwaltschaft nahm nach Angaben einer Sprecherin Ermittlungen wegen Mordes auf. Politkowskaja berichtete kritisch über den von Moskau geführten Krieg in der abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien.

In dem Aufzug wurden eine Pistole und vier Kugeln gefunden, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Polizeikreise berichtete. Der Chefredakteur der Zeitung «Nowaja Gaseta», bei der Politkowskaja arbeitete, sagte, das Verbrechen sei am Nachmittag in dem Gebäude verübt worden, in dem die Journalistin wohnte. (dapd)

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