Aktualisiert

Nach schwedischem VorbildEuroparat will Prostitution in der Schweiz verbieten

Um den Menschenhandel zu bekämpfen, wollen europäische Politiker auf dem ganzen Kontinent die Prostitution verbieten. Auch die Schweiz soll von einer entsprechenden Resolution betroffen sein.

von
bee
Der Europarat in Strassburg sagt der Prostitution in Europa den Kampf an.

Der Europarat in Strassburg sagt der Prostitution in Europa den Kampf an.

Am Dienstag entscheidet der Europarat über das Schweizer Sexgewerbe: Die Mitglieder des internationalen Parlaments in Strassburg werden über eine Resolution abstimmen, die Prostitution auf dem ganzen Kontinent, und explizit auch in der Schweiz, nach schwedischem Vorbild zu verbieten.

Ziel ist die europaweite Bekämpfung des Menschenhandels. Den Vorstoss eingereicht hat die europäische Kommission für Gleichstellung und Nicht-Diskriminierung. Federführend in dieser Angelegenheit ist der portugiesische Abgeordnete José Mendes Bota. Der konservativ-liberale Politiker übt in seiner Begründung des Vorstosses, der der «SonntagsZeitung» vorliegt, Kritik an den Schweizer Behörden.

Mangel an nationaler Statistik

Er bemängelt, dass in der Schweiz keine nationale Statistik existiere, die das Gewerbe abdecke. Gesetzesunterschiede zwischen den Kantonen würden es überdies verunmöglichen, vergleichbare Daten zu sammeln und einen Überblick über die Problematik zu gewinnen. Mendes Bota ermahnt die Eidgenossenschaft im Bericht zu einer stärkeren Einbindung der NGO durch Bund und Kantone.

Der Portugiese beschreibt in seinem Rapport, wie er sich im September 2013 mit diversen Szenekennern und Behörden in der Schweiz ausgetauscht hat – sowie mit der EVP-Nationalrätin Marianne Streiff. Die Berner Politikerin bestätigt auf Anfrage das Gespräch mit Mendes Bota.

Streiff sagt, dass es ihr um die Bekämpfung von Menschenhandel gehe. «Um dieses Problem in den Griff zu kriegen, muss man europaweit zusammenarbeiten.» Ihr ist klar, dass bereits die heutige Gesetzgebung den Menschenhandel verbietet. Sie betont aber, wie schwierig die Abtrennung zwischen freiwilliger Prostitution und Zwangsprostitution sei. «Was wir wissen, ist, dass in Ländern mit liberalisierter Gesetzgebung der Menschenhandel stärker grassiert.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.