Aktualisiert 01.01.2010 17:54

AutokriseEuropas Automärkte abgehängt

Auf dem weltweiten Automarkt ist es 2009 nicht zur erwarteten Katastrophe gekommen. Und einer Studie zufolge ziehen die USA und China im neuen Jahr den Karren wieder aus dem Dreck. In Westeuropa dürfte der Absatz 2010 allerdings um fast eine Million Fahrzeuge einbrechen.

Im abgelaufenen Jahr wurden weltweit mit 52,8 Millionen Pkw zwar 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr verkauft. «Das Ergebnis ist aber deutlich besser als noch vor zwölf Monaten erwartet», erklärte Ferdinand Dudenhöfer, Leiter des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, das seine Untersuchung am Freitag veröffentlichte.

2009 war den Angaben zufolge trotz Krise das sechstbeste Verkaufsjahr, das je im Weltautomarkt erreicht wurde. Die wichtigsten Gründe seien die grossen Konjunkturprogramme in wichtigen Ländern und die schnellere Erholung der Weltwirtschaft.

In Westeuropa wurden laut Hochrechnung des CAR-Instituts mit 13,6 Millionen Pkw 40 000 Fahrzeuge mehr verkauft als 2008. «Der grosse Renner im Pkw-Weltmarkt des Jahres 2009 war aber China mit einem Zuwachs von 44 Prozent oder 2,5 Millionen Pkw», hiess es. Damit habe China den Rückgang des US-Automarktes zu 85 Prozent kompensiert.

Dudenhöffer erwartet für 2010 ein weltweites Plus von gut vier Prozent auf 55 Millionen Fahrzeuge. Vor allem in den USA und China ziehen die Verkäufe demnach an. «Der Pkw-Weltmarkt erholt sich schneller aus der Krise als vermutet», erklärte der Autofachmann. Der Abwärtstrend in Westeuropa (Prognose 2010: minus sieben Prozent oder eine Million Autos) sei vor allem dem Auslaufen der Abwrackprämie geschuldet. «Deutschland zieht Westeuropa nach unten», prognostizierte Dudenhöfer.

«Messerscharfer Wettbewerb» und «Rabattitis»

Der Wettbewerb werde 2010 erneut «messerscharf». Die Neuregelung der Kfz-Steuer und die Abwrackprämie hätten letztes Jahr die deutsche Nachfrage noch stabilisiert. Nun würden die Kapazitäten der veränderten Nachfrage angepasst. Wissmann rief die Hersteller auf, mit neuen attraktiven Produkten auf die zu erwartende «Rabattitis» zu reagieren.

Der Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, sagte der «Saarbrücker Zeitung», bislang sei es gelungen, die Stammbelegschaften in den Unternehmen so weit wie möglich zu halten. 2010 müssten aber die internationalen Märkte wieder langsam anziehen, um Arbeitsplätze sichern zu können. (dapd)

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