03.09.2020 12:42

KölnEuropas grösstes Bordell geht wegen Corona in Konkurs

Das Kölner Bordell Pascha hat Konkurs angemeldet. Zu Spitzenzeiten schafften in Europas grösstem Bordell 120 Frauen täglich an.

von
Reto Heimann
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Das grösste Bordell Europas, das Pascha in Köln, bleibt geschlossen. Die Betreiber haben Konkurs angemeldet.

Das grösste Bordell Europas, das Pascha in Köln, bleibt geschlossen. Die Betreiber haben Konkurs angemeldet.

KEYSTONE
Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Pascha während der Fussball-WM 2006 in Deutschland. Zu Spitzenzeiten arbeiteten 120 Prostituierte im zehnstöckigen Gebäude.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Pascha während der Fussball-WM 2006 in Deutschland. Zu Spitzenzeiten arbeiteten 120 Prostituierte im zehnstöckigen Gebäude.

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Der Betreiber befürchtet,dass die Prostituierten nun, da das Pascha zu ist, in die Illegalität abgedrängt werden.

Der Betreiber befürchtet,dass die Prostituierten nun, da das Pascha zu ist, in die Illegalität abgedrängt werden.

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Darum gehts

  • Im Kölner Bordell Pascha arbeiteten zu Spitzenzeiten 120 Prostituierte. Das machte das zehnstöckige Gebäude zum grössten Bordell Europas.
  • Nun gehen im Pascha die Lichter aus: Die Betreiber haben Konkurs angemeldet.
  • Der Betreiber fürchtet nun, dass die Frauen in die Illegalität getrieben werden.

Seit fünf Monaten sind die Bordelle in Deutschland geschlossen. Das grösste von ihnen, das Kölner Pascha, wird auch nie mehr öffnen. Der Geschäftsführer Armin Lobscheid bestätigt gegenüber der Zeitung «Express»: «Es ist irgendwie unvorstellbar, aber ich habe den Insolvenzantrag am Dienstag beim Amtsgericht eingereicht. Wir sind am Ende.»

Zu Spitzenzeiten arbeiteten im zehnstöckigen Hochhaus in Köln 120 Prostituierte. Und nicht nur das: Auch 60 Angestellte wie Köche, Handwerker, Coiffure, Elektriker, Masseure, Putzkräfte und Security standen auf der Lohnliste des Pascha.

Den Freiern hilflos ausgeliefert

Geschäftsführer Lobscheid erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der Politik: «Man hat uns alle 14 Tage auf weitere zwei Wochen vertröstet. So können wir nicht planen», sagt er. Wenn man klar kommuniziert hätte, wann die Bordelle wieder öffnen dürfen, hätte das Pascha den Konkurs vielleicht abwenden können, so Lobscheid.

Jetzt aber befürchtet er, dass die Prostituierten in die Illegalität abgedrängt werden. «Die Frauen geniessen nun keinen Schutz mehr, sind ihren Zuhältern und auch Freiern hilflos ausgesetzt. Denn sie können ja schlecht zur Polizei, wenn etwas passiert. Das wissen die Freier und zwingen sie zum Beispiel zu Sex ohne Gummi.»

Noch wohnen zwei Prostituierte im Pascha. Sie wüssten schlicht nicht, wo sie sonst hin sollten. «Man mag es nicht glauben, aber das Pascha war ein Stück weit ihr Zuhause», so Lobscheid.

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135 Kommentare
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Mine vom Bärenplatz

04.09.2020, 17:36

Nunja, Google und I-phone weiss ja nun, wo sich die "versteckten" Ansteckungen ereignen ...

OberBoss

04.09.2020, 15:32

Schlechtes Unternehmensmanagement. Keine Rücklagen nach Jahren, Geld verprasst - Gut so, nun ist ausgebumst

Sven

04.09.2020, 14:28

Schade, habe viele tolle Erinnerungen an den Ort. War dort 14 Tage im Jahr in den Ferien seit ich 16 bin.