Aktualisiert 29.03.2016 10:12

Zara-Gründer

Europas reichster Mann isst mit Mitarbeitern

Mit 67 Milliarden Dollar ist Amancio Ortega der reichste Mensch Europas. Der Gründer der Modekette Zara ist gerade 80 geworden und sein Leben bleibt bunt.

von
ish
Amancio Ortega: Gründer der Mode-Kette Zara.

Amancio Ortega: Gründer der Mode-Kette Zara.

Keystone/Cabalar

Er trägt keine Kleider von Zara. Amancio Ortegas Uniform, die er nur selten ändert, besteht aus einer grauen Hose und einem weissen T-Shirt. Mit seiner Modekette kleidet der Eisenbahnersohn aus dem spanischen Galicien jedoch die halbe Welt ein: Auch die britische Herzogin Kate zeigt sich gern in seinen Kostümen. Am Ostermontag ist Ortega 80 Jahre alt geworden. Sein Leben schillert nach wie vor zwischen Bescheidenheit und Protz.

Er geht jeden Tag in dasselbe Café und isst dort mit seinen Angestellten zu Mittag, wie spanischen Zeitungen berichten. Dabei ist Ortega äusserst scheu und gibt so gut wie keine Interviews. Bekannt ist jedoch, dass er einen Audi A8 fährt und mit einem Privatjet fliegt: «The Global Express BD-700» von Bombardier im Wert von 45 Millionen Dollar.

Hochhäuser sind sein neues Hobby

Der 80-Jährige hat sich mittlerweile aus dem Management von Zara zurückgezogen. Er ist jedoch noch immer Mehrheitsaktionär beim Mutterkonzern Inditex, dem weltgrössten Kleiderunternehmen, zu dem neben Zara auch Massimo Dutti oder Bershka zählen. Inzwischen hat Ortega jedoch ein neues Geschäftsfeld gefunden: Immobilien. Er hat sich zahlreiche Hochhäuser an Toplagen der weltweiten Metropolen zugelegt, darunter den Torre Picasso in Madrid, das höchste Haus Spaniens. Im Bieterwettstreit stach er andere damit aus, dass er die Anzahlung von hundert Millionen Dollar in bar auf den Tisch legte. Er besitzt unter anderem auch das Epic-Hotel in Miami, das als eine der besten Luxusherbergen in den USA gilt. Und zu seinen Mietern gehört auch die Kleiderkette H & M, die weltweite Nummer zwei hinter Zara im Modegeschäft.

Ortega begann seine Karriere mit 14 Jahren als Bote für ein Hemdengeschäft in A Coruña. Was ihn antrieb: Seine Mutter sollte nie mehr beim Tante Emma-Laden anschreiben lassen müssen, weil ihr das Geld fehlte, um die Familie zu ernähren. 1975 gründete er dann seinen ersten eigenen Kleiderladen namens Zara. Zunächst folgten weitere Filialen in Spanien, 1988 expandierte Ortega dann auch ins Ausland.

Das besondere Konzept von Zara: Design, Produktion, Vertrieb und Verkauf sind alle unter einem Dach vereint. Deshalb kann der Konzern besonders rasch auf neue Trends reagieren, denn die Zeit von der Designerzeichnung bis zum Angebot des fertigen Kleidungsstück im Laden ist aufs Äusserste verkürzt.

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