Lufthansa-Tochter: Eurowings-Mitarbeiter streiken ab Montag
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Lufthansa-TochterEurowings-Mitarbeiter streiken ab Montag

Die Flugbegleiter der Billigairline haben einen zweiwöchigen Streik angekündigt. Auch Flüge ab Zürich könnten betroffen sein.

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ij
Gespräche gescheitert: Die Gewerkschaft verlangt für die Angestellten der Lufthansa-Tochter Eurowings bessere Arbeitsbedingungen.

Gespräche gescheitert: Die Gewerkschaft verlangt für die Angestellten der Lufthansa-Tochter Eurowings bessere Arbeitsbedingungen.

Keystone/AP Photo/Michael Sohn

Neuer Arbeitskampf im Lufthansa-Konzern: Kunden der Billigtochter Eurowings müssen sich ab nächster Woche auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat in dem langwierigen Tarifkonflikt Streiks ab Montag angekündigt. Die Auswirkungen sind noch nicht absehbar.

In den dann folgenden zwei Wochen könne es «jederzeit» Arbeitskämpfe geben, sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies am Donnerstag. Der genaue Beginn der Ausstände werde später verkündet.

Ufo habe drei Jahre am Verhandlungstisch nach einer Lösung gesucht, doch letztlich ergebnislos. «Die Gespräche sind endgültig gescheitert und können auch nicht wieder aufgenommen werden», sagte Baublies.

Weihnachten ausgenommen

Stattdessen werde Ufo als nächstes die Mitglieder befragen, ob sie bereit seien, unbefristet zu streiken. Für die Weihnachtszeit schloss Baublies allerdings schon jetzt die Fortsetzung des Arbeitskampfes aus.

Beim Lufthansa-Günstigableger arbeiten auf Vollzeitstellen umgerechnet etwa 2500 Stewards und Stewardessen, die sich auf 90 Flugzeuge verteilen. Davon können zunächst 23 in Hamburg und Düsseldorf stationierte Maschinen bestreikt werden.

Auch Zürich und Genf betroffen

Die restliche Flotte ist auf die Eurowings-Langstreckenfluglinie und Germanwings verteilt. Letzere fliegt mit 60 Jets. Ufo werde versuchen, den Streik auf diese Airlines auszuweiten, sagte Baublies.

Eurowings fliegt auch von Zürich und Genf aus zahlreiche, hauptsächlich europäische Ferien-Destinationen an. Das Personal der Billigfluglinie Eurowings wird nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter vergütet.

Eurowings will verhandeln

Eurowings rief die Gewerkschaft auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. «Wir stehen jederzeit für Gespräche bereit», sagte ein Airline-Sprecher in Köln. Es werde versucht, die Auswirkungen des Streiks so gering wie möglich zu halten. «Alle Beteiligten wissen, dass der Tarifkonflikt nicht über Arbeitskämpfe, sondern nur am Verhandlungstisch gelöst werden kann.»

In der kommenden Woche will Eurowings zunächst die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi für das Kabinenpersonal fortsetzen. Auch Verdi hatte im September das Kabinenpersonal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, acht Flüge fielen damals aus.

Verdi und Ufo ziehen im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen für die Flugbegleiter bislang nicht an einem Strang. Der Eurowings-Sprecher betonte, Ziel seien einheitliche Regelungen mit beiden Gewerkschaften.

Forderungsplakat übergeben

Die Flugbegleitergewerkschaft hat der Eurowings-Spitze nach eigenen Angaben ein konkretes Forderungspaket für ihre Mitarbeiter übergeben. Es gehe um die Sicherheit der Arbeitsplätze, um eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge und um die Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg des Konzerns. All dies führe «bestenfalls zum Anschluss der Eurowings-Mitarbeiter an die restlichen Mitarbeiter in den Flugbetrieben der Lufthansa», sagte Baublies.

Das Personal der Billigfluglinie Eurowings wird nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt, sondern schlechter vergütet.

Streik als Dauerthema

Der Lufthansa-Konzern bekommt das leidige Streikthema nicht los. Erst im Sommer wurde ein harter Tarifkampf mit Ufo bei Lufthansa selbst beigelegt. Zuvor hatten die Flugbegleiter die Kranich-Airline eine Woche lang mit einem Streik ins Chaos gestürzt.

Auch das Tariftauziehen mit den mächtigen Piloten im Konzern ist noch lange nicht beendet. Die Verhandlungen über das Gehalt der 5400 Flugzeugführer haben gerade erst wieder begonnen. (ij/sda/afp)

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