Kampf, Emotionen und wenig Tore - EV Zug vor Meistertitel – kann Servette heute endlich die Handbremse lösen?
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Kampf, Emotionen und wenig ToreEV Zug vor Meistertitel – kann Servette heute endlich die Handbremse lösen?

Im Playoff-Final steht Genf-Servette nach zwei Niederlagen mit dem Rücken zur Wand. Zug könnte am Freitagabend daheim den zweiten Meistertitel feiern.

von
Erik Hasselberg

Genfs Topscorer Henrik Tömmernes muss viel einstecken und wird hier von Justin Abdelkader über die Bande spediert.

SRF

Darum gehts

  • Nach zwei Siegen in zwei Spielen steht der EVZ Zug kurz vor dem Gewinn des Schweizer Meistertitels.

  • Allerdings müssen die Zuger auf ihren Verteidiger Santeri Alatalo verzichten. Gegen ihn wurde ein Verfahren eröffnet.

  • Genf-Servette steht mit dem Rücken zur Wand und will vor allem weniger Strafen nehmen.

0:1, 1:2 – in zwei Spielen in der diesjährigen Playoff-Final-Serie zwischen dem EV Zug und und Genf-Servette fielen gerade einmal vier Tore. Und nach zwei Spielen stehen die Genfer bereits mit dem Rücken zur Wand. Weil in der von Corona geprägten Saison das Final statt Best-of-7 nur Best-of-5 gespielt wird, könnten die Zentralschweizer heute Abend in der heimischen Bosshard-Arena zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte Meister werden. Und damit die seit 1999 währende Ära der «Big 4» beenden. Während dieser Zeitspanne waren stets die ZSC Lions, der SC Bern, HC Lugano oder HC Davos Schweizer Meister geworden.

«Noch sind wir nicht am Ziel, wir müssen fokussiert bleiben und um jeden Zentimeter auf dem Eis kämpfen», sagte Justin Abdelkader nach dem zweiten Sieg des EVZ. In diesem war auch der 34-Jährige wieder mit seiner Härte aufgefallen, vor allem als er Servette-Topscorer Henrik Tömmernes mit einem Check über die Bande spedierte. Tömmernes, im Vorfeld der Final-Serie als einer der Schlüsselspieler der Genfer ausgemacht, wurde in den ersten beiden Spielen immer wieder erfolgreich unter Druck gesetzt, leistete sich Fehler, die man vom Verteidiger aus der Qualifikation so nicht kannte. So stand er mit einem Fehlpass am Ursprung der 0:1-Niederlage im ersten Spiel.

Verfahren gegen Alatalo

Unschön angegangen wurde Tömmernes in der zweiten Partie vom schweizerisch-finnischen Verteidiger Santeri Alatalo, der ihn mit einem unsauberen Check gegen den Kopf traf. «Ich glaube, er stand einfach tief, ich wollte ihm natürlich nicht weh tun», sagte der 30-Jährige noch nach Spielschluss, dessen Foul während der Partie von den Unparteiischen nicht sanktioniert worden war. Es sei viel Härte auf dem Eis und nicht jeder Check beider Teams sei auch wirklich sauber. «Wir probieren, es fair zu halten, wir wollen ja niemanden verletzen hier.» Ob Absicht oder nicht – Alatalo verpasst Spiel 3. Die Liga hat ihn vorsorglich für sein Vergehen gesperrt und gleichzeitig ein ordentliches Verfahren eröffnet.

Dass sie physischer gespielt hätten, meinte nach dem Ende der Partie auch Servette-Stürmer Daniel Winnik. Geht es nach ihm, müssten sie grundsätzlich nicht viel ändern, lediglich mehr Chancen kreieren. Doch sein Mitspieler Arnaud Jacquemet sieht noch etwas anderes, das sein Team dringend abstellen müsse: «Wir müssen weniger Strafen nehmen.» Am Mittwoch fielen alle drei Tore in Überzahl.

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