Minarettverbot: Evangelikale antworten der Arabischen Liga
Aktualisiert

MinarettverbotEvangelikale antworten der Arabischen Liga

Um die Beziehungen zwischen Muslimen und Christen zu verbessern, brauche es konkrete Schritte zur Verbesserung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit in vielen muslimischen Staaten. Das gibt die Schweizerische Evangelische Allianz der Arabischen Liga zu bedenken.

Das Parlament der Arabischen Liga hatte Ende Dezember in Kairo die Schweiz aufgerufen, auf «den abwegigen Entscheid» zurückzukommen, den Bau von Minaretten zu verbieten. Der Volksentscheid berge die Gefahr, den Rassismus in Europa anzuheizen und Hassgefühle gegen den Islam und die Muslime zu transportieren,

Die Schweizerische Evangelische Allianz hat jetzt auf diesen Aufruf reagiert, wie sie am Freitag mitteilte. Sie hat an Nabih Berri, den Präsidenten des Parlaments der Arabischen Liga, geschrieben.

Ein guter Dialog, wie es sich die Arabische Liga wünsche, müsse von einer Respektierung von Menschenrechten, besonders der Religions- und Meinungsäusserungsfreiheit, auch in den arabischen Ländern begleitet sein, heisst es im Brief.

Verfolgte Christen

Zur Religionsfreiheit gehöre insbesondere auch das Recht, seinen Glauben in der Öffentlichkeit zu verkünden und die Religion zu wechseln. Heute bestehe diese grundlegende Freiheit in vielen Mitgliedstaaten der Arabischen Liga jedoch nicht.

Im Gegenteil gebe es besonders viele gegen Christen gerichtete Verfolgung in muslimischen Ländern, kritisiert die Schweizerische Evangelische Allianz. Sie ist eine Bewegung von Christen aus reformierten Landeskirchen, evangelischen Freikirchen und christlichen Organisationen.

Das Arabische Parlament ist ein Organ der Arabischen Liga. Es besteht aus 67 Vertretern aus 22 Ländern. Ihr Präsident Nabib Berri ist Vorsitzender des libanesischen Parlaments. Sessionsort ist die ägyptische Hauptstadt, Sitz der Liga ist Damaskus. (sda)

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