Aktion «Night of Light»: Event-Branche lässt am Montagabend Hunderte Gebäude rot erleuchten

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Aktion «Night of Light»Event-Branche lässt am Montagabend Hunderte Gebäude rot erleuchten

Zahlreiche Gebäude in der ganzen Schweiz erleuchten am Montag zwischen 22 Uhr und Mitternacht rot. Mit der Aktion «Night of Light» will die Veranstaltungsbranche auf ihre Notsituation aufmerksam machen.

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Mit der Aktion «Night of Light» will die Veranstaltungsbranche auf ihre Notsituation im Zuge der Coronavirus-Pandemie aufmerksam machen.

Mit der Aktion «Night of Light» will die Veranstaltungsbranche auf ihre Notsituation im Zuge der Coronavirus-Pandemie aufmerksam machen.

evenjo/bruno zehr
Tausende von Stellen seien in Gefahr, heisst es bei einem Branchenverband.

Tausende von Stellen seien in Gefahr, heisst es bei einem Branchenverband.

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Rund 600 Gebäude werden am Montagabend zwischen 22 Uhr und Mitternacht rot leuchten.

Rund 600 Gebäude werden am Montagabend zwischen 22 Uhr und Mitternacht rot leuchten.

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Das Opernhaus Zürich, die Postfinance Arena in Bern, das Hotel Rigi Kulm und das Tinguely Museum in Basel – sie alle werden am Montag rot erleuchten. Die Veranstaltungsbranche will mit der Aktion «Night of Light» zwei Dinge vermitteln. «Wir sind da und bereit, vieles ist schon möglich und wir freuen uns auf neue Events», das ist die eine Seite der Botschaft.

Die andere Seite ist düsterer: Trotz anfänglicher Zusicherungen des Bundesrates fühlen sich Kulturschaffende nun im Stich gelassen. Personen in «arbeitgeberähnlicher Stellung» haben keinen Anspruch mehr auf Kurzarbeit und Änderungen im Erwerbsersatz für Selbstständige verschlechterten die Aussichten der Akteure, schreiben diverse Verbände der Veranstaltungsbranche in einer Mitteilung.

Branche entwickelt «Wir-Gefühl»

Sie fordern die Weiterführung der Unterstützung bis zum Normalbetrieb. Denn: Die Veranstaltungsbranche besteht mehrheitlich aus kleinen und kleinsten inhabergeführten Unternehmen und aus Selbstständigerwerbenden, die nun durch das Netz zu fallen drohen. Es sei zwar ein Lichtblick, dass mit den Lockerungen Events mit bis zu 300 Personen wieder möglich seien, doch «die strengen Auflagen führen zumindest im Kultursektor dazu, dass diese Veranstaltungen zurzeit nicht wirtschaftlich durchführbar sind».

In dieser schwierigen Situation sei in der Branche ein «Wir-Gefühl» entstanden. Für die Aktion «Night of Light» spannen Unternehmen, Veranstaltungsorte und Kulturschaffende zusammen. Die Idee zu dieser Aktion hat die Schweizer Branche von den Kolleginnen und Kollegen in Deutschland übernommen , «denn die aktuelle Situation hat durchaus internationales, wenn nicht globales Ausmass», heisst es in der Mitteilung weiter.

«Derzeit keinen Gewinn»

«Wir möchten auf die kritische Situation der Veranstaltungsbranche aufmerksam machen und mit der Politik den Dialog suchen. Tausende von Stellen sind in Gefahr. Gemeinsam mit dem Bund möchten wir Lösungen erarbeiten, um diese Arbeitsplätze zu sichern», sagt Christian Künzli, Vizepräsident beim Branchenverband Expo Event Swiss LiveCom Association. Laut Künzli unterstützen rund 700 Unternehmen die Aktion. Ungefähr 600 Gebäude werden am 22. Juni rot erleuchten.

Der Zürcher Nightlife-Experte Alex Flach begrüsst die Aktion. Die Krise habe das Zürcher Nachtleben voll erwischt. Er betont aber auch, dass bisher noch kein Club wegen der Corona-Krise habe schliessen müssen. Trotzdem meint er: «Mit den aktuellen Lockerungen machen die Betriebe keinen Gewinn. Die Betriebe, die jetzt aufmachen, tun das nicht, um Einnahmen zu generieren, sondern aus Solidarität gegenüber den Kunden.»

(SDA)

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