EVP-Mann liess Flüchtling arbeiten – nun droht Strafe
Aktualisiert

EVP-Mann liess Flüchtling arbeiten – nun droht Strafe

Weil der Heimleiter Walo Möri-Sommer einen Flüchtling beschäftigt hatte, steht dem EVP-Politiker nun eine Anzeige ins Haus.

Der St. Galler EVP-Stadtparlamentarier und Leiter des evangelischen Pflegeheims Heiligkreuz ist enttäuscht. Er hat letztes Jahr den 17-jährigen Flüchtling Hani aus Indien in der Küche seines Pflegeheims arbeiten lassen – als freiwilligen Helfer und ohne Lohnentgeltung. Nun drohen ihm strafrechtliche Konsequenzen. Eine unbekannte Person hat die Polizei auf die illegale Beschäftigung von Hani hingewiesen. Möri-Sommer wurde befragt: «Die Polizisten sagten, ich sei wegen illegaler Beschäftigung eines Asylbewerbers angezeigt.»

Der Heimleiter kann nicht verstehen, warum Hani zwar die Schule besuchen, jedoch nicht arbeiten darf: «Ich wollte ihm helfen und ihn von der Strasse holen.» Die Rechtslage ist indes klar: Weil auf Hanis Asylgesuch nicht eingetreten wurde, darf der Inder in der Schweiz auch ohne Bezahlung nicht arbeiten.

Für Möri-Sommer unverständlich: «Gesetze sind doch für die Menschen da. Hier arbeiten sie jedoch gegen die Menschen. Flüchtlinge werden so in die Kriminalität getrieben.» Angst vor einer möglichen Geld- oder Gefängnisstrafe hat er nicht. Das Solidaritätsnetz Ostschweiz will Möri-Sommer unterstützen.

kar

Beratung

Aufgrund des revidierten Asylgesetzes erhalten rund 200 Personen im Kanton St. Gallen neu nur noch Not- statt Sozialhilfe. Das Solidaritätsnetz Ostschweiz organisiert deshalb ab dem 7. Januar vor dem Ausländeramt in St. Gallen ein «fliegendes Büro». Hier können sich Betroffene beraten lassen und werden dorthin gebracht, wo sie Nothilfe erhalten. Dies ist nötig, da Nothilfe Sache der Gemeinde ist und unterschiedlich geregelt wird.

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