Aktualisiert 13.06.2017 19:22

Vergleich mit Zoophilie EVP-Mann sorgt mit Tweet gegen Homo-Ehe für Ärger

«Isch jitze aber nid di Ärnscht?» fragt die Twittergemeinde den EVP-Grossrat Ruedi Löffel. Seine Kritik an der Heirat dreier schwuler Männer kommt auf Twitter alles andere als gut an.

von
miw
Ruedi Löffel sandte schon über 18'000 Tweets aber. Für eine seiner letzten Kurznachrichten erntet er nun heftige Kritik.

Ruedi Löffel sandte schon über 18'000 Tweets aber. Für eine seiner letzten Kurznachrichten erntet er nun heftige Kritik.

Keystone/Peter Schneider

Drei Männer haben am Montag in Medellín in Kolumbien offiziell die erste «Dreier-Ehe» des Landes geschlossen. Dies scheint den Berner EVP-Grossrat Ruedi Löffel in Bern zu empören. Am Montag kurz vor Mitternacht gab er auf Twitter unverblümt seine Meinung dazu kund und zog dabei öffentlich einen Vergleich zwischen Homosexualität und Zoophilie. Und zwar, indem er sich öffentlich fragte, wie lange es wohl noch dauere, bis die erste Ehe mit einer Katze und einem Hund eingegangen werde.

Parteikollegen distanzieren sich

Der gläubige Berner Grossrat erntet für diese Aussage nun einen Shitstorm. Die Twittergemeinde bezeichnet Löffel als lächerlich, andere beschuldigen ihn, er würde lautstark Homophobie verbreiten. «Isch jitze aber nid di ärnscht, oder?» regt sich ein Twitterer auf. Ein weitere fragt sich, woher «all der Hass für diese hanebüchen Vergleiche» wohl komme. Sogar parteiintern wendet man sich von Löffels Aussage ab: «Das ist nicht die Art und Weise, wie die EVP argumentiert. Ich distanziere mich davon», kommentiert Renato Pfeffer, Sekretär der EVP Zürich.

Gegenüber 20 Minuten äusserte sich Löffel zum Tweet: «Die 3-Personen-Ehe zeigt, dass die Ehe-Diskussion noch lange nicht zu Ende sein und das Feld thematisch immer weiter werden wird. Auch wenn die Dreier-Ehe aus zwei Frauen und einem Mann bestünde, hätte ich den Tweet geschrieben.» Wer darin eine homophobe Äusserung oder gar einen Vergleich von Schwulen mit Tieren sehe, verdrehe den Inhalt bewusst und dichte ihm etwas an, das im Tweet nicht steht und auch nicht gemeint war.

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