Aktualisiert 16.09.2015 16:11

ZürichEVP protestiert gegen Abtreibungen – Anschlag

Die EVP nimmt am Samstag erstmals am «Marsch fürs Läbe» teil, der von Abtreibungsgegnern organisiert wird. Nun wurde ein Farbanschlag auf das Zürcher Partei-Sekretariat verübt.

von
zed
Mit dem Zeichen von Hammer und Sichel haben sich die Vandalen gegen den «Marsch fürs Läbe» ausgesprochen.

Mit dem Zeichen von Hammer und Sichel haben sich die Vandalen gegen den «Marsch fürs Läbe» ausgesprochen.

Auf das Sekretariat der Evangelischen Volkspartei (EVP) im Zürcher Kreis 5 ist in der Nacht auf Mittwoch ein politisch motivierter Anschlag verübt worden, wie die Partei mitteilt. Dabei wurden Fenster eingeschlagen und die Fassaden mit Sprüchen und Farbbeuteln verunstaltet. Es entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Franken.

Die mit Hammer und Sichel gekennzeichneten Absender haben sich gegen den «Marsch fürs Läbe» gewendet und zum Angriff gegen diese Kundgebung aufgerufen. Die EVP der Schweiz hat laut Mitteilung erstmals die Teilnahme an diesem Marsch beschlossen, nachdem die Organisatoren «einen differenzierten, nicht plakativen Auftritt versprochen haben, um den Dialog zu suchen».

Strafanzeige gegen unbekannt

Die EVP teilt mit, dass sie Auseinandersetzung dieser Art und Weise der aufs Schärfste verurteilt und Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht hat. Sie verkündet ausserdem, dass sie für Meinungsfreiheit in der Demokratie eintrete und die Haltung von Andersdenkenden als Kern der Schweizer Demokratie respektiere. Mit Farbkübeln und Pflastersteinen löse man keine Probleme. Deshalb ruft die EVP die Demonstranten für und gegen den Marsch zur Besonnenheit und den Verzicht auf Gewalt auf.

Die Urheber des Anschlags haben sich auf einer anonymen Mitteilung auf der linksautonomen Plattform Indymedia zu Wort gemeldet. Darin werfen sie den Organisatoren der Kundgebung vor, sie trügen «unter dem Deckmantel der Lebensbejahung, der angeblichen Weltoffenheit und der Kinderfreundlichkeit» ihre «homophobe, frauenfeindliche und patriarchale Politik» auf die Strasse.

Es sei notwendig und legitim, sich diesen konservativen Kräften entgegenzustellen

Es sei notwendig und legitim, sich diesen konservativen und reaktionären Kräften entgegenzustellen und ihnen das «Terrain des öffentlichen Raums in keinster Weise zu überlassen», heisst es.

In der angegriffenen Liegenschaft im Kreis 5 hat nicht nur die Zürcher EVP ihr Büro. Laut der Partei haben dort auch die Evangelische Allianz (SEA) sowie die christlichen Hilfswerke Tearfund und Opportunity ihren Sitz. Die Stadtpolizei Zürich bestätigt den Anschlag. Die Ermittlungen laufen, heisst es auf Anfrage.

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