Bonds Geheimrezept: Ewige Jugend, wenig Zeit und viel Geschmack
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Bonds GeheimrezeptEwige Jugend, wenig Zeit und viel Geschmack

«Geschüttelt - nicht gerührt» scheint viel mehr als nur ein cooler Spruch zu sein. Denn laut unseren Usern bringt James Bond damit zahlreiche Vorteile unter einen Hut.

von
viw
Mit seinem geschüttleten Drink ist James Bond stets bereit zum Absprung und tut gleichzeitig was für die Gesundheit - so die Theorie unserer Leser.

Mit seinem geschüttleten Drink ist James Bond stets bereit zum Absprung und tut gleichzeitig was für die Gesundheit - so die Theorie unserer Leser.

Geheimagent 007 bestellt seinen Wodka-Martini geschüttelt - nicht gerührt. Doch warum tut er das genau? Für viele Leser ist es eine klare Geschmackssache: «Durch das Schütteln kann viel mehr Luft in das Getränk eindringen, die den Geschmack zwar nicht verändert, aber verstärkt. Beim Rühren werden nicht einmal halb so viele Bläschen gebildet», schreibt Leser Joël Streiff. Geschüttelt hat das Getränk also einen stärkeren Geschmack. Das klingt interessant, genügt uns aber noch nicht als Erklärung.

Etwas mehr ins Detail geht unter anderem Oliver Stämpfli: «Da James Bond nie Zeit zum Geniessen hat, ist es umso wichtiger, dass der eine Schluck Wodka-Martini, den er gerade so mal trinken kann, geschmacklich das volle Programm bietet. Die Geschmacksmoleküle (grosse Moleküle) werden durch das Schütteln nach oben im Glas gebracht, Alkohol, Wasser usw. sinken eher nach unten. Somit ist der erste und meistens auch letzte Schluck voller Aromen. Testen lässt sich das mit einem Glas grosser und kleiner Murmeln: Wenn man lange genug rüttelt, sind die grossen Kugeln oben und die kleinen unten.»

Milder und gesünder

David S. bestätigt diese Theorie und gibt dem Phänomen auch noch einen Namen - es handle sich dabei um den Paranuss-Effekt. Dann fügt er einen weiteren wichtigen Aspekt hinzu: «James Bond trinkt seinen Wodka-Martini eisgekühlt, aber ohne Eis. In den Shaker wird also Eis getan, der Wodka-Martini wird geschüttelt und schliesslich das Eis abgefiltert. Durch das Schütteln kommt das Getränk viel intensiver mit dem Eis in Kontakt als durch das Rühren. Deswegen ist es kälter.» Und was daraus wiederum folgt, erklärt Hajo Weber: «Die Kälte hat natürlich auch einen Einfluss auf den Geschmack: Der Wodka schmeckt milder.»

Nun wissen wir also, dass Bond trotz Zeitdruck zum vollen Geschmackserlebnis kommt. Doch wie es aussieht, hat der geschüttelte Drink einen weiteren Vorteil: «Forscher der Universität von Ontario lüfteten im «British Medical Journal» das Geheimnis. Sie fanden im geschüttelten Martini viele Antioxidantien. Diese bekämpfen die freien Radikale im Körper. Das ist wohl der Grund, warum Bond so lange jung und fit und liebesfähig bleibt. Beim gerührten Martini haben freie Radikale dagegen leichtes Spiel und ruinieren den Körper», so Lukas Meier.

Das Geheimnis liegt in der Geschichte

User Mr. Lieberherr hat mal ein Interview mit Roger Moore gelesen und glaubt, sich an eine politische Theorie erinnern zu können: «Das ist eine Anspielung auf den Konflikt zwischen der ehemaligen UdSSR und Grossbritannien. Das Vermischen von Wodka mit anderen Getränken wurde in der UdSSR stets durch Umrühren gemacht und niemals geschüttelt. Es war also nur eine kleine Provokation von Bond-Erfinder Ian Fleming, dass der Agent den Wodka entweiht.»

Eine andere historische Theorie verrät uns Leser James Bond: «Die Frage wurde in der Zeitschrift New Scientist untersucht und wie folgt beantwortet: Zu der Zeit, als Ian Fleming die Bond-Romane geschrieben hat, wurde der meiste Wodka noch aus Kartoffeln gebrannt und hatte einen leicht öligen Nachgeschmack. Durch das Schütteln - und eben nicht Rühren - konnte dieser Nachgeschmack minimiert werden. Der heutige, aus Korn hergestellte, Wodka hat diesen Nachgeschmack nicht mehr. Die Vorliebe von Bond stammt also aus dem geschichtlichen Kontext.»

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