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Silicon Valley spielt GottEwiges Leben dank Gen-Update?

Was nach dem Plot eines SciFi-Streifens klingt, könnte in 20 Jahren Realität sein. Forscher arbeiten an einer Lösung gegen den Tod.

von
Julia Panknin
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Im Hollywood-Film «Elysium» mit Matt Damon gibt es bereits Heilung innerhalb weniger Minuten via modernster medizinischer Technologie. Im Silicon Valley arbeitet nun ein reales Unternehmen daran, die menschliche Biologie zu überlisten.

Im Hollywood-Film «Elysium» mit Matt Damon gibt es bereits Heilung innerhalb weniger Minuten via modernster medizinischer Technologie. Im Silicon Valley arbeitet nun ein reales Unternehmen daran, die menschliche Biologie zu überlisten.

Screenshot «Elysium»
Die California Life Company forscht an einer Lösung, die das Sterben rauszögern oder gar ganz verhindern soll - und erfreut sich zahlreicher bekannter Förderer, die das Projekt mit grosszügigen Finanzspritzen unterstützen. (Bild: Im SciFi-Streifen «In Time» kämpft auch Justin Timberlake für mehr Lebenszeit.)

Die California Life Company forscht an einer Lösung, die das Sterben rauszögern oder gar ganz verhindern soll - und erfreut sich zahlreicher bekannter Förderer, die das Projekt mit grosszügigen Finanzspritzen unterstützen. (Bild: Im SciFi-Streifen «In Time» kämpft auch Justin Timberlake für mehr Lebenszeit.)

Screenshot «In Time»
Google gründete die California Life Company nicht nur, Google-Vater Larry Page investierte bereits 100 Millionen Dollar aus eigener Tasche in die Forschung.

Google gründete die California Life Company nicht nur, Google-Vater Larry Page investierte bereits 100 Millionen Dollar aus eigener Tasche in die Forschung.

AP/Seth Wenig

Wenn Computer-Programme oder Apps nicht mehr richtig laufen, gibts ein Update zur Fehlerbehebung. Problem gelöst. Die Vorstellung, auch menschliche Wehwehchen liessen sich so einfach ausmerzen, klingt verlockend, aber unrealistisch. Das sieht die California Life Company allerdings anders.

Das Unternehmen im Silicon Valley, 2013 gegründet von Google, forscht an einer Lösung, die das Sterben hinauszögern oder gar ganz verhindern soll. Dabei erfreut es sich zahlreicher bekannter Förderer, die das Projekt mit grosszügigen Finanzspritzen unterstützen: Allein Google-Gründer Larry Page investierte bereits 100 Millionen Dollar aus eigener Tasche in die Forschung.

Alles kann gehackt werden, selbst das Leben

Die Wissenschaftler – unter anderen bestehend aus Medizinern, Molekularbiologen und Genetikern – sehen die menschliche Biologie als eine Art Software-Prozess: Um dem Tod von der Schippe zu springen, bräuchte es nur das richtige Update, sind sie überzeugt. Naturgesetze scheinen irrelevant. Alles kann gehackt werden, so der Glaube, selbst das Leben und die Sterblichkeit.

Googles Chef-Ingenieur Ray Kurzweil geht davon aus, dass dies bereits in 20 bis 30 Jahren Realität werden könnte. Die menschliche DNA begreift er als «die Software des Lebens», die mittels Nanobots verbessert werden soll. So soll das Immunsystem des Menschen gestärkt und das Lebensalter erhöht werden, erklärte er «Macleans».

«Die grösste bisher ungelöste Aufgabe der modernen Welt»

Auch PayPal-Mitgründer Peter Thiel gehört zu den Anhängern der Idee: «Die grösste bisher ungelöste Aufgabe der modernen Welt ist es, den Tod von einer Tatsache in ein lösbares Problem zu verwandeln – ein Problem, für dessen Lösung ich alles geben werde», sagte der Tech-Milliardär gegenüber der «Washington Post».

Die Volksweisheit «Müssen tut man gar nichts, ausser sterben», könnte in ein paar wenigen Jahrzehnten also widerlegt werden. Doch was hiesse das für unsere Welt? Stichwort: Überbevölkerung und demografischer Wandel. Und wer könnte sich das Unsterblichkeits-Update überhaupt leisten? Die Klärung solcher Fragen dürfte eine mindestens genauso grosse Herausforderung sein wie das Finden einer Lösung gegen den Tod.

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