Trotz doppelter Impfung – Ex-Aussenminister Colin Powell an Covid-19 gestorben
Aktualisiert

Trotz doppelter ImpfungEx-Aussenminister Colin Powell an Covid-19 gestorben

Colin Powell ist am Montag an den Folgen einer Komplikation gestorben. Dies teilte seine Familie auf Facebook mit.

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Colin Powell ist am Montag gestorben. 
KL/RCS

Colin Powell ist am Montag gestorben.
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Powell starb im Alter von 84 Jahren an den Komplikationen einer Covid-Erkrankung.

Powell starb im Alter von 84 Jahren an den Komplikationen einer Covid-Erkrankung.

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Der Republikaner war von 2001 bis 2005 unter Präsident George Bush Aussenminister der Vereinigten Staaten von Amerika. 

Der Republikaner war von 2001 bis 2005 unter Präsident George Bush Aussenminister der Vereinigten Staaten von Amerika.

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Darum gehts

  • Der ehemalige US-Aussenminister Colin Powell ist gestorben.

  • Laut seiner Familie starb er an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

  • Der Republikaner war von 2001 bis 2005 unter Präsident George Bush Aussenminister.

Der frühere US-Aussenminister Colin Powell ist tot. Der pensionierte General starb im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion, wie seine Familie am Montag im Onlinenetzwerk Facebook mitteilte.

«Er war vollständig geimpft. Wir möchten dem medizinischen Personal des Walter Reed National Medical Center für die fürsorgliche Behandlung danken. Wir haben einen bemerkenswerten und liebevollen Ehemann, Vater, Grossvater und einen grossen Amerikaner verloren», schreibt die Familie auf Facebook.

Der Republikaner war von 2001 bis 2005 unter Präsident George W. Bush als erster Afroamerikaner der Geschichte Aussenminister der USA. Bekannt ist Powell unter anderem für einen umstrittenen Auftritt vor den Vereinten Nationen 2003, wo er zur Begründung für einen Einmarsch der USA im Irak vermeintliche Belege für Massenvernichtungswaffen präsentierte, die Bagdad gar nicht besass.

Powell selbst hatte 2011 seinen dramatischen Auftritt 2003 im Weltsicherheitsrat als «Fleck auf seinem Lebenslauf» bezeichnet.

Vor seiner Zeit als Aussenminister war Powell – ebenfalls als erster Afroamerikaner – US-Generalstabschef. Vor der Präsidentschaftswahl im vergangenen November stellte der Republikaner sich hinter den demokratischen Kandidaten Joe Biden und gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump.

Menschen im Irak geben Powell Mitschuld am Krieg

Für viele Menschen im Irak bleibt Powell auch über seinen Tod hinaus der Mann, der mit falschen Behauptungen Krieg über ihr Land brachte. «Er log, log und log», sagte Marjam, eine 51-jährige Schriftstellerin und zweifache Mutter aus dem Nordirak zur Nachricht über den Tod Powells am Montag. «Er log, und wir sind diejenigen, die in nie endenden Kriegen steckten.» Ihren Nachnamen wollte sie nicht nennen, weil eines ihrer Kinder in den USA studiert.

Der Journalist Muntadher al-Saidi, der weltweit Aufsehen erregte, indem er 2008 bei einer Pressekonferenz einen Schuh auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush warf, twitterte: «Ich bin traurig über den Tod von Colin Powell, ohne dass er für seine Verbrechen im Irak vor Gericht gestellt wurde.»

Powells Rede im UN-Sicherheitsrat habe zum «Tod Zehntausender Iraker» geführt, sagte der 37-jährige Muajad al Dschaschami, der für eine Nichtregierungsorganisationen arbeitet. Er leide bis heute als Folge des Krieges unter Stress und Panikattacken.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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(dpa/fos)

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