Skandal in Grossbritannien - Ex-BBC-Chef gibt nach Kritik an Diana-Interview Vorsitz der Nationalgalerie ab
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Skandal in GrossbritannienEx-BBC-Chef gibt nach Kritik an Diana-Interview Vorsitz der Nationalgalerie ab

Vor 25 Jahren führte BBC-Journalist Martin Bashir das legendäre Interview mit Prinzessin Diana. Neueste Enthüllungen über das Zustandekommen von ebendiesem haben für den EX-Chef des britischen Senders Konsequenzen.

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Tony Hall war 1995 Nachrichtenchef bei BBC. Am Samstag trat der Ex-Generaldirektor der Rundfunkanstalt als Vorsitzender des Kuratoriums der National Gallery in London zurück.

Tony Hall war 1995 Nachrichtenchef bei BBC. Am Samstag trat der Ex-Generaldirektor der Rundfunkanstalt als Vorsitzender des Kuratoriums der National Gallery in London zurück.

AFP
Charles Spencer, der Bruder von Prinzessin Diana, wirft den Reportern vor, seine Schwester mithilfe gefälschter Dokumente zu dem Interview überredet zu haben.

Charles Spencer, der Bruder von Prinzessin Diana, wirft den Reportern vor, seine Schwester mithilfe gefälschter Dokumente zu dem Interview überredet zu haben.

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Die Enthüllungen um das berüchtigte BBC-Interview mit Prinzessin Diana haben erste personelle Konsequenzen. Tony Hall, Ex-Generaldirektor der britischen Rundfunkanstalt, trat am Samstag als Vorsitzender des Kuratoriums der National Gallery in London zurück. Bliebe er bei dem renommierten Kunstmuseum, wäre dies eine «Ablenkung von einer Institution, die mir viel bedeutet», erklärte Hall. Wie er bereits vor zwei Tagen erklärt habe, täten ihm die Ereignisse vor 25 Jahren leid. Führung bedeute, Verantwortung zu übernehmen.

Mit gefälschten Dokumenten überredet

Hall war bei der BBC Nachrichtenchef, als das explosive Interview mit Diana 1995 in Grossbritannien 22 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erreichte. Am altehrwürdigen Sender wurde diese Woche massive Kritik laut, nachdem ein Bericht «betrügerisches Vorgehen» offenlegte, durch das sich der Journalist Martin Bashir damals Zugang zur Prinzessin verschafft habe. Die BBC habe die Machenschaften des bis dato kaum bekannten Reporters auch noch vertuscht, hiess es im Report. Den hatte der Sender in Auftrag gegeben, nachdem Dianas Bruder Charles Spencer beklagte, dass Bashir seine Schwester mithilfe gefälschter Dokumente und anderer windiger Taktiken zu dem Interview überredet habe.

«Wir waren zu dritt in dieser Ehe»

In dem Gespräch sagte Diana damals, ihre Ehe mit Prinz Charles sei gescheitert, weil er noch immer in seine einstige Freundin Camilla Parker Bowles verliebt sei. Sie sei am Boden zerstört gewesen, als sie 1986 – fünf Jahre nach der Hochzeit – herausgefunden habe, dass Charles seine Beziehung zu Camilla wieder aufgenommen habe, erklärte Diana. «Es gab drei in dieser Ehe, also war es ein bisschen voll.» Derart deprimiert und verzweifelt sei sie gewesen, dass sie sich absichtlich selbst verletzt habe, sagte Diana weiter und redete zudem über Bulimie und gestand ihre eigene Untreue.

Ihre Söhne – die Prinzen William und Harry – übten harsche Kritik an der BBC. Es gebe eine direkte Verbindung zwischen der Ausstrahlung des Interviews und dem Tod ihrer Mutter bei einem Unfall zwei Jahre später, erklärten sie. Damals war Diana mit einem Begleiter auf der Flucht vor Paparazzi gewesen.

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(DPA)

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