Nach Entlassung: Ex-Boss von American Apparel ist pleite
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Nach EntlassungEx-Boss von American Apparel ist pleite

Dov Charney wurde im Sommer als Boss von American Apparel wegen sexueller Belästigung entlassen. Jetzt ist er pleite und schläft bei einem Freund auf der Couch.

von
kwo
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Dov Charney, Ex-CEO von American Apparel ist pleite und schläft bei einem Freund auf der Couch.

Dov Charney, Ex-CEO von American Apparel ist pleite und schläft bei einem Freund auf der Couch.

Keystone/AP/Gary Friedman
Die Kontrolle über die von ihm gegründete Kleiderkette hat er verloren.

Die Kontrolle über die von ihm gegründete Kleiderkette hat er verloren.

Keystone/Justin Lane
Noch vor einem Jahr schockierte das Geschäft weniger mit seinem Ex-CEO als mit haarigen Schaufensterpuppen.

Noch vor einem Jahr schockierte das Geschäft weniger mit seinem Ex-CEO als mit haarigen Schaufensterpuppen.

AFP/Stan Honda

Noch vor sechs Monaten war er Chef einer Firma mit 634 Millionen Dollar Jahresumsatz. Jetzt schläft er bei einem Freund auf der Couch. Die Rede ist von Dov Charney, dem Gründer der amerikanischen Kleiderkette American Apparel. Der Journalistin Trish Regan von Bloomberg TV erzählte der Ex-Manager, dass er gerade noch 100'000 Dollar auf der Bank habe. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass er bis vor kurzem 800'000 im Jahr verdiente.

Grund für Charneys Entlassung im Sommer waren verschiedene Vorwürfe gegen ihn. Es heisst, er habe sich mehrfache sexuelle Belästigung, Misswirtschaft und sexistische Beleidigungen zu Schulden kommen lassen. Einer Aufforderung, an einem Training zum richtigen Umgang mit Angestellten teilzunehmen, leistete er nicht Folge – ein weiterer Grund für seine Entlassung. Charney selbst sagt, die Anschuldigungen entbehrten jeglicher Grundlage.

Masturbieren vor den Angestellten

Erstmals war es im Jahr 2004 zu Kritik am Ex-American-Apparel-Boss gekommen. Eine Journalistin warf ihm vor, in ihrer Anwesenheit masturbiert und mit einer seiner Angestellten Oralsex gehabt zu haben. Ein Jahr später sagten drei Mitarbeiterinnen aus, er habe offizielle Firmen-Meetings in Unterwäsche abgehalten. Charneys Antwort damals: «Ich lasse regelmässig meine Hose runter, um unsere neuen Produkte vorzuführen.»

Trotz Entlassung besitzt Charney nach wie vor 43 Prozent der Aktien von American Apparel. Allerdings hat er die Kontrolle über seine Firmenanteile verloren. Der Grund ist ein Deal mit dem Hedge Fund Standard General. Dieser gewährte Charney vergangenen Sommer einen grösseren Kredit, mit denen der Ex-CEO weitere Anteile an American Apparel kaufen wollte. Sein Ziel: Die Kontrolle über das Unternehmen zurückgewinnen.

Geschäfte in 20 Ländern

Allerdings übertölpelte Standard General den Ex-Manager und drängte ihn ganz aus der Firma heraus. American Apparel wurde 1998 in Montreal gegründet. Das Unternehmen produziert Kleider und verkauft diese in 245 Geschäften in 20 Ländern. Mehr als 10'000 Angestellte arbeiten derzeit für das Unternehmen.

In diesem Video tanzt Charney nackt herum:

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