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Ex-Bundesanwalt Roschacher als Kunstmaler

Der frühere Bundesanwalt Valentin Roschacher malt Berge. In einer Galerie in der Berner Altstadt hat er am Samstag seine Ausstellung eröffnet.

Politische Kommentare wollte Roschacher auch bei dieser Gelegenheit nicht abgeben.

Bisher hat er zum Wirbel um die Umstände seiner Demissionierung nicht Stellung genommen. Roschacher hatte im Juli 2006 nach Auseinandersetzungen mit Bundesrat Christoph Blocher seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Im Zusammenhang mit dem Rücktritt bezichtigte die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats Blocher der Kompetenzüberschreitung und Missachtung der Gewaltenteilung - und geriet selbst unter Beschuss.

Roschacher wandte sich derweil der Malerei zu. Sein Sujet, die Berge, kontrastiert er mit den gesellschaftlichen Verhältnissen: «In der erhabenen Bescheidenheit, in der kantigen, ruhigen Mächtigkeit und Pracht der Alpen nehme ich die Werte wahr, die ich in der Schweizerischen Gesellschaft in diesem wünschenswerten Ausmass heute nicht mehr finde», schreibt der ehemalige Bundesanwalt in der Einladung zur Vernissage.

In der Bergwelt spüre er edle Kraft, Vernunft, Respekt, Solidarität und Anstand. Es handle sich um Werte, die er in der Gesellschaft leider nur noch als laues Lüftchen wahrnehmen könne.

Diesem lauen Lüftchen setzt der Künstler Roschacher mächtige Berge entgegen - Eiger, Mönch und Jungfrau in Öl auf Leinwand. Die Vernissage stiess auf reges Interesse. Unter den Gästen war auch der ehemalige Fernsehdirektor Peter Schellenberg. Die Ausstellung dauert noch bis zum 22. Dezember.

(sda)

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