Boris Collardi: Ex-Chef von Bank Julius Bär kassiert Rüge von Finanzmarktaufsicht
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Boris CollardiEx-Chef von Bank Julius Bär kassiert Rüge von Finanzmarktaufsicht

Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma ermittelt gegen die Privatbank Julius Bär wegen Korruptionsverdacht. Nun eröffnet sie ein Strafverfahren gegen einen Manager der Bank. In zwei weiteren Fällen spricht die Finma eine Rüge aus. Einer der Adressaten der Rüge: Ex-Chef Boris Collardi.

von
Reto Heimann
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Boris Collardi, Ex-Chef von Julius Bär, kassiert eine Rüge von der Finma.

Boris Collardi, Ex-Chef von Julius Bär, kassiert eine Rüge von der Finma.

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Die Finma hatte im Zusammenhang mit Verstrickungen in den venezolanischen Ölkonzern Petróleos de Venezuela S.A. (PDSVA) ermittelt.

Die Finma hatte im Zusammenhang mit Verstrickungen in den venezolanischen Ölkonzern Petróleos de Venezuela S.A. (PDSVA) ermittelt.

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Collardi akzeptiert die Rüge.

Collardi akzeptiert die Rüge.

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Darum gehts

  • Die Finma ermittelt gegen die Bank Julius Bär wegen Korruptions- und Geldwäscherei-Verdacht in Venezuela.

  • Sie eröffnet in diesem Zusammenhang ein Strafverfahren gegen einen «hochrangigen Manager».

  • Der Ex-Chef der Bank, Boris Collardi, erhält eine Rüge.

Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma ermittelt gegen die Bank Julius Bär wegen Korruptions- und Geldwäscherei-Verdacht. Konkret geht es um Verstrickungen der Privatbank in einen venezolanischen Ölkonzern Petróleos de Venezuela S.A. (PDSVA).

Mehrere aktuelle und ehemalige Topmanager von Julius Bär stehen im Verdacht, gegen die schweizerischen Geldwäschereibestimmungen verstossen zu haben. Das geht aus einer Medienmitteilung der Finma hervor. Darin heisst es: «Das nun abgeschlossene Verfahren hat ergeben, dass Julius Bär die Pflichten in der Geldwäschereibekämpfung verletzt und damit schwer gegen Finanzmarktrecht verstossen hat.»

«Stellt Schlusspunkt für mich dar»

In einer weiteren Medienmitteilung schreibt die Finma, ein Verfahren gegen einen «hochrangigen Manager» eröffnet zu haben. In zwei weiteren Fällen sprach die Finma Rügen aus – eine davon an Boris Collardi, ehemaliger Chef von Julius Bär.

Boris Collardi, der heute für eine Genfer Privatbank tätig ist, akzeptiert die Rüge. «Ich akzeptiere die auf dieser Grundlage ausgesprochene Rüge. Diese Entscheidung - und das ist das Wesentliche - stellt einen Schlusspunkt in dieser Angelegenheit für mich dar», so Collardi in einer schriftlichen Stellungnahme, die der Finanzagentur AWP vorliegt.

Gegen eine Person wurde der Vorwurf der Korruption mittlerweile fallengelassen. Zwei Verfahren sind noch offen. Der Bank Julius Bär ist es bis auf Weiteres untersagt, «grosse und komplexe Firmenakquisitionen durchzuführen», so die Finma.

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