Herbert Bolliger (68) – Ex-Chef will keinen Alkoholverkauf in der Migros
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Herbert Bolliger (68)Ex-Chef will keinen Alkoholverkauf in der Migros

Schon bald könnte es in den Läden des grössten Detailhändlers des Landes Bier, Wein und Hochprozentiges geben. Damit würde eine lange Geschichte der Abstinenz zu Ende gehen. Verhindern will dies nun der ehemalige Chef der Migros mit einer öffentlichen Kampagne.

von
Patrick McEvily
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Herbert Bolliger war zwischen 2005 und 2017 Geschäftsleiter des Migros-Genossenschaftsbundes. Nun meldet er sich im Abstimmungskampf über die mögliche Einführung von Alkohol ins Migros-Sortiment zurück.

Herbert Bolliger war zwischen 2005 und 2017 Geschäftsleiter des Migros-Genossenschaftsbundes. Nun meldet er sich im Abstimmungskampf über die mögliche Einführung von Alkohol ins Migros-Sortiment zurück.

tamedia
Bis zum 4. Juni lässt die Migros ihre 2,3 Millionen Genossenschaftsmitglieder über die Einführung von Alkohol ins Sortiment abstimmen.

Bis zum 4. Juni lässt die Migros ihre 2,3 Millionen Genossenschaftsmitglieder über die Einführung von Alkohol ins Sortiment abstimmen.

Migros
Damit könnte eine fast 100-jährige Geschichte enden.

Damit könnte eine fast 100-jährige Geschichte enden.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

Bald könnte eine fast 100-jährige Geschichte ein Ende nehmen: Folgen die rund 2,3 Millionen Genossenschaftsmitglieder dem Entscheid der Delegiertenversammlung vom vergangenen Herbst, könnte der orange Riese bald Alkohol in sein Sortiment aufnehmen und damit für ein Novum sorgen. Gegen diese Idee stellt sich nun eine prominente Stimme aus dem Migros-Universum: der ehemalige CEO Herbert Bolliger. Wie der «Blick» berichtet, beteiligt sich der 68-jährige Aargauer, der den Genossenschaftsbund zwischen 2005 und 2017 leitete, an einer öffentlichen Kampagne des Nein-Lagers.

Chefetage will den Alkoholstart

Die Abstimmung ist höchst umstritten. Und aufgrund der föderalen Genossenschaftsstruktur des Unternehmens könnte es sogar soweit kommen, dass einige Gebiete zustimmen, während andere ihn ablehnen. Dann gäbe es beispielsweise in Bern Bier zu kaufen, in Zürich aber nicht. So oder so könnte eine fast 100 Jahre alte Tradition enden: 1928 erklärte Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler seine Läden nämlich zur alkoholfreien Zone. Er wollte damit die Volksgesundheit stärken. Ins selbe Horn bläst nun auch Bolliger. «Die Migros investiert gezielt im Gesundheitsbereich. Alkohol wäre deshalb eine Kehrtwende.»

Pikanterweise war es aber gerade unter Bollingers Führung, dass die Migros 2007 den Konkurrenten Denner, der vor allem für sein Alkoholangebot bekannt ist, aufkaufte. Seither stehen das rote Logo des Discounters und das orange M an vielen Orten direkt nebeneinander. Auch in ihren kleineren Migrolino-Geschäften verkauft die Migros bereits heute Alkohol – und nicht gerade wenig. Dennoch hält man sich in der aktuellen Führungsetage mit Kritik am Ex-Migros-Mann Bolliger zurück. «Es ist nicht an mir, über die Meinung anderer zu urteilen», erklärt CEO Fabrice Zumbrunnen (52) gegenüber dem «Blick». Dass die Mehrheit der Führungsriege einem Alkoholverkauf positiv gegenübersteht, ist aber ein offenes Geheimnis. 

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