Aktualisiert 14.06.2004 09:22

Ex-Diplomaten und -Militärs kritisieren Bushs Aussenpolitik

Ehemalige US-Diplomaten und führende Militärvertreter haben die Aussenpolitik von Präsident George W. Bush scharf kritisiert.

Sie riefen die Bürger dazu auf, bei der Präsidentschaftswahl im November nicht mehr für ihn zu stimmen.

In einem offenen Schreiben, über das die «Los Angeles Times» und die «Washington Post» berichteten, warfen die «Diplomaten und Militärkommandanten für den Wechsel» dem Präsidenten vor, sein Land international in die Isolation geführt zu haben.

Unterzeichnet wurde der Brief von 26 früheren Vertretern aus dem Militär und diplomatischen Dienst, die unter Präsidenten aus beiden Lagern auf allen Kontinenten im Einsatz waren. Die Unterzeichner wollen das Schreiben am Mittwoch in Washington veröffentlichen.

«Wir hatten das Gefühl, dass die Führungsrolle der USA sowohl durch den Stil wie auch den Inhalt der Politik dieser Regierung in einem furchtbaren Ausmass Schaden genommen hat», rechtfertigte einer der Unterzeichner, William C. Harrop, die Initiative.

Harrop, der unter Bushs Vater Botschafter in Israel war, sagte weiter, er und seine Kollegen hätten das Gefühl, ihr Lebenswerk sei bedroht.

Ihr Bemühen, die USA zu einem führenden und allseits respektierten Akteur auf der Weltbühne zu machen, sei durch Bush und seine Regierung untergraben worden - «durch ihre Arroganz, ihre Weigerung anderen zuzuhören, ihre Verachtung für multinationale Organisationen». Vertreter aus Bushs Wahlkampfteam wollten den Brief vor seiner Veröffentlichung nicht kommentieren.

Bereits im vergangenen Monat hatten 58 ehemalige US-Botschafter und Diplomaten die Nahost-Politik von US-Präsident George W. Bush in einem Brief kritisiert. Sie warfen dem Präsidenten unter anderem vor, mit seiner Unterstützung für den Scharon-Plan eines einseitigen Abzugs aus dem Gazastreifen die Glaubwürdigkeit Washingtons als unparteiischer Vermittler zerstört zu haben. (sda)

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