Urs Pauli: Ex-ERZ-Direktor wehrt sich gegen fristlose Entlassung

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Urs PauliEx-ERZ-Direktor wehrt sich gegen fristlose Entlassung

Der ehemalige Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich ficht seine fristlose Entlassung an. Das Geld aus der gefundenen Geheimkasse sei als Geschenk an die Angestellten gegangen.

von
bec
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Wegen Verdachts auf ungetreue Amtsführung wurde bei der Stadt Zürich Strafanzeige gegen Urs Pauli, den 58-jährigen Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ), eingereicht. In seiner Verwaltung wurde eine schwarze Kasse von über 200'000 Franken gefunden.

Wegen Verdachts auf ungetreue Amtsführung wurde bei der Stadt Zürich Strafanzeige gegen Urs Pauli, den 58-jährigen Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ), eingereicht. In seiner Verwaltung wurde eine schwarze Kasse von über 200'000 Franken gefunden.

Keystone/Siggi Bucher
Bereits Ende 2015 gab es erste negative Schlagzeilen gegen das ERZ und seinen Direktor. Im ERZ-Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz hatte man gegen das Submissionsrecht und interne Vorschriften verstossen.

Bereits Ende 2015 gab es erste negative Schlagzeilen gegen das ERZ und seinen Direktor. Im ERZ-Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz hatte man gegen das Submissionsrecht und interne Vorschriften verstossen.

Keystone/Gaetan Bally
Wegen zahlreicher interner Verfehlungen war der Objektkredit für das Logistikzentrum um 14,7 Millionen Franken überschritten worden, wie der Abschlussbericht des Stadtrats zeigte, der am 4. Oktober 2016 veröffentlicht wurde.

Wegen zahlreicher interner Verfehlungen war der Objektkredit für das Logistikzentrum um 14,7 Millionen Franken überschritten worden, wie der Abschlussbericht des Stadtrats zeigte, der am 4. Oktober 2016 veröffentlicht wurde.

Keystone/Gaetan Bally

Einen BMW als Firmenwagen, eine schwarze Kasse von über 200'000 Franken. Das reichte dem Stadtrat aus, um Urs Pauli von seiner Stelle als Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) fristlos zu entlassen. Zu Unrecht, wie dieser findet. Laut seinem Anwalt Ueli Vogel-Etienne hat er nun Rekurs eingelegt, wie die «NZZ» berichtet.

Insbesondere in Bezug auf die gefundene schwarze Kasse fühlt Pauli sich zu Unrecht an den Pranger gestellt: Das Geld daraus sei allein den Angestellten zugutegekommen. Er habe daraus nur «Couvertli von zweihundert Stutz» für Angestellte genommen. Die Leute würden harte Arbeit unter schweren Bedingungen leisten und eine solche Unterstützung sei angemessen. Ausserdem kritisiert er, dass laut Personalrecht einem Mitarbeiter mit dreissig Dienstjahren «nur etwas mehr Lohn, ein Blumenstrauss und ein Kugelschreiber» zustehe. «Die Couvertli haben den Menschen immer ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert» sagte Pauli.

Angestellte haben kein Problem mit Führungsstil

Gegen den ehemaligen Chefbeamten läuft weiterhin eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf ungetreue Amtsführung. Immer wieder wurde Kritik gegen Paulis eigenmächtigen Führungsstil und sein Vorgehen bei einzelnen Geschäften laut (20 Minuten berichtete). Nicht alle hatten aber etwas gegen Paulis Führungsstil: Bei einer Umfrage der Arbeitszufriedenheit bei städtischen Betrieben zeigt sich, dass 74 Prozent der Angestellten mit der Führung zufrieden sind.

Allgemein schneidet das ERZ bei mehr als der Hälfte der gestellten Fragen über dem Durchschnitt der anderen städtischen Betriebe ab. Allerdings: Trotz «Couvertli» sind nur 57 Prozent der Angestellten mit ihrem Lohn zufrieden.

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