Musiker verurteilt: Ex-Frau mit Pornofilmen erpresst
Aktualisiert

Musiker verurteiltEx-Frau mit Pornofilmen erpresst

Ein Schweizer Musiker hat seine türkische Ex-Frau nicht nur mit dem Tode bedroht, sondern auch mit privaten Pornofilmen erpresst. Nun kassierte der Mann eine bedingte Geldstrafe.

von
Attila Szenogrady

Der heute 60-jährige Musiker war mit seiner türkischen Ex-Frau ein Jahr lang verheiratet, lebte aber lediglich 23 Tage mit ihr zusammen. Am Mittwoch stand er vor dem Bezirksgericht Zürich und zeigte sich immer noch erbittert. Für ihn sei heute klar, dass die 48-jährige Hausfrau aus Zürich nichts als eine «Nutte» sei, gab er zu Protokoll.

Nach Scheidung bedroht und erpresst

Sicher ist, dass sich das Ehepaar bereits im Januar 2008 scheiden liess. Dennoch brach der Kontakt zwischen den Ex-Eheleuten vorerst nicht ab. Man traf sich immer wieder und verbrachte sogar gemeinsame Ferien. Bis zum Mai 2009, als die Frau offenbar einen neuen Freund kennenlernte. Der Angeklagte reagierte darauf mit harschen Reaktionen. Er bedrohte seine Ex-Frau nicht nur wiederholt mit dem Tode, sondern brachte auch intime Fotos und privat gedrehte Pornofilme ins Spiel. Er wollte mehr über den neuen Mann wissen. Ansonsten werde er die Fotos in ihrem Treppenhaus anbringen und die Filme verkaufen, drohte er. Zudem deckte er die Geschädigte mit Telefonterror ein.

Ex-Mann verzeigt

Die zweifache Mutter ging auf die Erpressungen nicht ein. Im Gegenteil: Sie verzeigte ihren Ex nach einem Monat bei der Polizei. Nun musste er wegen mehrfach versuchter Nötigung, mehrfacher Drohung, Verletzung des Geheimbereichs sowie mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage mit einer teilbedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 130 Franken sowie einer Busse von 650 Franken rechnen. 40 Tagessätze davon sollte der wegen eines Versicherungsbetrugs vorbestrafte Musiklehrer abliefern.

„Sie bekommt alles, was sie will"

Der Angeklagte zeigte sich teilweise geständig und gab die zahlreichen Telefonate zu. Nicht aber die Todesdrohungen. Zudem stellte er seine Ex-Gattin als zynische und geldgierige Frau hin: «Sie bekommt alles, was sie will», sagte er zum Einzelrichter Thomas Meyer.

Zum Schluss reichte der Beschuldigte neue Nacktbilder der Geschädigten ein. Diese habe er während einer Reise in die Türkei in einem Flugzeug aufgenommen, sagte er.

Stark verletzender Vertrauensbruch

Das Gericht sprach von einem stark verletzenden Vertrauensbruch des Angeklagten und befand ihn im Wesentlichen für schuldig. Abgesehen von der Verletzung des Geheimbereiches, da es bei der Herstellung der Pornofilme vom stillen Einverständnis der Frau ausging.

Bei der Strafe setzte der Richter Meyer eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 130 Franken auf Bewährung fest. Damit muss der Angeklagte die insgesamt 15 600 Franken nicht bezahlen. Dafür eine Busse von 1000 Franken, die der Richter als Denkzettel verstanden wissen wollte.

Seine Ex-Frau bekomme eben alles, was sie wolle, sagte der Angeklagte auch zum Schluss der Verhandlung. Jedoch nicht immer. So hatte die Geschädigte ein Schmerzensgeld von 1 200 Franken verlangt. Das Gericht sprach ihr aber nur 500 Franken zu.

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