Ex-Geisel bittet um deutschen Afghanistan-Abzug

Aktualisiert

Ex-Geisel bittet um deutschen Afghanistan-Abzug

Nach ihrer Freilassung hat die vor vier Monaten im Irak verschleppte Deutsche Hannelore Krause an die Bundesregierung appelliert, die deutschen Soldaten aus Afghanistan abzuziehen.

Sonst würde ihr Sohn, der sich noch in der Gewalt der Entführer befinde, ermordet, sagte sie am Mittwoch dem arabischen Sender Al Arabija.

Krause kam am Dienstag frei. Das Bundesaussenministerium bestätigte am Mittwoch in Berlin die Freilassung und teilte mit, die Deutsche halte sich in der Botschaft in Bagdad auf. Die mit einem Iraker verheiratete 61-Jährige war im Februar zusammen mit ihrem 20-jährigen Sohn Sinan aus ihrem Wohnhaus in Bagdad verschleppt worden. Die Entführer, die sich «Pfeile der Rechtschaffenheit» nannten, forderten den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und drohten mit dem Tod der Geiseln, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Die freigelassene Deutsche dankte laut dem Al-Arabija-Bericht den Entführern dafür, dass sie gut behandelt worden sei. Sie appellierte an die Gruppe, ihren Sohn ebenfalls freizulassen. Sie wolle ausserdem bestätigen, dass Muslime friedfertige Menschen seien, sagte Krause. Weiter erklärte sie, dass die Deutschen in Ländern seien, die ihnen nicht gehörten. Krause sprach deutsch, ihre Äusserungen wurden von Al Arabija übersetzt. (dapd)

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