Luxusvilla auf Mallorca: Ex-Goalie der Handballnati fällt auf Betrügerin rein
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Luxusvilla auf MallorcaEx-Goalie der Handballnati fällt auf Betrügerin rein

12'000 Euro bezahlte Martin Ott für zwei Wochen Ferien auf Mallorca. Doch das Angebot erwies sich als fiese Masche.

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dia
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Die Traumferien in Spanien wurde für eine Schweizer Familie zum Albtraum: Blick auf den Hafen von Port D'Andratx auf Mallorca (21.05.2008).

Die Traumferien in Spanien wurde für eine Schweizer Familie zum Albtraum: Blick auf den Hafen von Port D'Andratx auf Mallorca (21.05.2008).

AP/Roberto Pfeil
Martin Ott verlor wegen einer Betrügerin 12'000 Euro.

Martin Ott verlor wegen einer Betrügerin 12'000 Euro.

VVS Handball
In den 90er Jahren hütete Ott das Tor der Schweizer Handball-Nationalmannschaft.

In den 90er Jahren hütete Ott das Tor der Schweizer Handball-Nationalmannschaft.

VVS Handball

Für Martin Ott und seine Familie hätten es Traumferien in einer Traumvilla werden sollen. Zusammen mit Freunden wollten sie im August nach Port Andratx an der Westküste der Insel Mallorca reisen. Ein Online-Inserat sprang Ott ins Auge: Eine Luxusvilla mit direktem Zugang zum Meer, einer pompösen Innenausstattung inklusive Heimkino sowie einem eigenen Whirlpool. Der Preis für zwei Wochen: 12'000 Euro (umgerechnet rund 13'000 Franken).

Das Inserat auf dem Ferienhausportal Fewo-direkt überzeugte Ott und er buchte. Was der ehemalige Goalie der Schweizer Handball-Nati und langjähriger Spieler von Pfadi Winterthur da noch nicht wusste: Er ging damit einer Betrügerin auf den Leim. Das berichtete das Konsumentenmagazin «Espresso» des SRF.

Banküberweisung statt Kreditkarte

Ott nahm via E-Mail Kontakt mit der Vermieterin auf, einer Ellie Walker, wohnhaft in der polnischen Hauptstadt Warschau. «Ich habe über Google die Angaben der Vermieterin überprüft. Der Name und die Adresse in Warschau haben existiert», sagte der 58-Jährige zu SRF. Der ganze Betrag sei im Voraus fällig, schrieb ihm die Vermieterin. Die Zahlung solle aber nicht via Kreditkarte, sondern als Banküberweisung getätigt werden.

Martin Ott zahlte. Doch dann machte ihn die Bemerkung eines Freundes, die Bilder des Inserats würden auf ihn etwas unecht wirken, stutzig. Ott machte den Test: Er buchte die Villa nochmals für denselben Zeitraum, diesmal jedoch auf den Namen seines Freundes. Und siehe da: Wieder bekam er eine Zusage.

Buchung nicht versichert

Daraufhin meldete sich Ott bei Fewo-direkt. Das Portal löschte daraufhin die Anzeige und informierte die Kunden, den Kontakt zur polnischen Vermieterin umgehend abzubrechen. Auf keinen Fall solle man Zahlungen an sie tätigen. Zu spät für Ott, eine Stornierung der Überweisung war nicht mehr möglich.

Und die nächste Hiobsbotschaft für den ehemaligen Spitzensportler folgte sogleich. Entgegen seiner Erwartung war seine Buchung nicht versichert. Nur Buchungen, die über das betriebsinterne System erfolgten und mit Kreditkarte bezahlt würden, seien gegen Schäden von Betrügern mit 10'000 Euro gedeckt, heisst es auf der Website. Die polnische Vermieterin bestand jedoch auf eine Banküberweisung und so erhielt Ott lediglich 800 Euro zurück.

Seltener Zwischenfall für Fewo-direkt

Der Ärger bei Ott ist gross. Er kann nicht verstehen, dass solche Betrüger auf den Internetportalen nicht entdeckt werden. «Die Objekte müssten doch genau überprüft werden, damit so etwas nicht geschehen kann», sagt der ehemalige Profi-Handballer. Laut Fewo-direkt kommt so etwas sehr selten vor. Nach eigener Schätzung buchen 99,99 Prozent aller Kunden ihre Ferienhäuser ohne Zwischenfälle, schreibt das Portal dem Sender. Die Kunden würden gegen unlautere Vermieter sensibilisiert. Welche Massnahmen aber genau getroffen werden, will der Online-Ferienhausvermieter nicht verraten. Das würde den Betrügern in die Hände spielen.

Martin Ott und seine Familie verbrachten die Sommerferien schlussendlich doch noch auf Mallorca. Bei einem anderen Anbieter buchten sie ein Ferienhaus. Dieses gab es wirklich – und es war erst noch günstiger als das ursprüngliche Angebot. Doch der Ärger über das verlorene Geld bleibt.

Schutz vor Betrügern

Das Portal Fewo-direkt gibt auf ihrer Seite selbst Tipps, wie man sich vor Betrügern schützen kann. Der Ferienhausvermieter empfiehlt seinen Kunden:

- Bewertungen von anderern Kunden zu lesen

- Vom Vermieter einen Mietvertrag verlangen

- Erst bezahlen, wenn man mit dem Vermieter telefonischen Kontakt hatte

- Vorsichtig sein bei Inseraten, die «zu schön sind, um wahr zu sein»

- Eine sichere Zahlungsmethode wählen

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