Aktualisiert 05.10.2006 22:08

Ex-Hooligan: «Die Szene wird immer gefährlicher»

Die «dritte Halbzeit» – die Schlägereien der Hooligans – wird immer brutaler. Das erzählt Ex-Hooligan Jonas (24)*, der deswegen ausgestiegen ist.

Für viele Hooligans gelten grundsätzlich feste Regeln: Wenn ein Hooligan während einer Schlägerei am Boden liegt, wird nicht nachgetreten – der Gebrauch von Waffen ist verboten, und andere Fans werden in Ruhe gelassen. Dies hat sich in letzter Zeit jedoch geändert, wie der ehemalige FCSG-Hooligan Jonas berichtet, der deswegen aus der Szene ausstieg: «Waffen wie Schlagstöcke und -ringe sind heute ganz normal», sagt der Aussteiger. Die Regeln würden nicht mehr eingehalten, und es würden immer mehr unkontrollierbare junge Teenager in die Szene aufgenommen, so Jonas.

Der Hollywood-Film «Hooligans» mit Elijah Wood («Lord of the Rings») habe viele Junge inspiriert. Darin werde die Hooligan-Szene verherrlicht, so Jonas. So ist der Gebrauch von Waffen im Film etwa an der Tagesordnung. Ein weiterer Grund für die zunehmende Brutalisierung sei der steigende Alkohol- und Drogenkonsum. Schwerere Verletzungen kommen laut dem Ex-Hool heute in der Schweiz immer öfter vor.

«Oft bekommen wir nichts von den Hooligan-Aktivitäten mit», sagt Diana Von Ow, Sprecherin der Stapo St. Gallen. Es sei aber ein Anstieg der Gewalt um das Stadion zu verzeichnen, so Von Ow. Dies sei aber nicht allein auf die Hooligans zurückzuführen.

Dominik Bärlocher

*Name von der Redaktion geändert.

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