09.05.2018 10:03

GefängnisstrafeEx-Hooligan kommen Tränen, als er Urteil hört

Ein früheres Mitglied von «Zürichs kranker Horde» musste sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht verantworten. Der Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

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20M
Der besagte Fanmarsch der FCZ-Anhänger vor dem Cupfinal 2014 in Bern.

Der besagte Fanmarsch der FCZ-Anhänger vor dem Cupfinal 2014 in Bern.

Keystone/Lukas Lehmann

Vor dem Bezirksgericht Zürich musste sich am Dienstag ein heute 34-jähriger Ex-FCZ-Hooligan und früheres Mitglied von «Zürichs kranker Horde» wegen Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Störung des öffentlichen Verkehrs und Hinderung einer Amtshandlung verantworten. Zudem wurden ihm Erpressung, Drohung und Angriff vorgeworfen.

Einer der führenden Köpfe der Strassenbande Black Jackets

Der Beschuldigte soll 2014 beim Cupfinal in Bern – der FCZ spielte gegen den FC Basel – dabei gewesen sein. Im Fanmarsch vom Bahnhof zum Stadion lief der ehemalige Türsteher und einer der führenden Köpfe der Strassenbande Black Jackets vermummt mit einer auffälligen Maske zuvorderst. Hinter ihm liefen Tausende andere FCZ-Anhänger. Im Zuge des Marschs kam es zu Sachbeschädigungen und zur Plünderung eines Uhrengeschäfts, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Als sie beim Stadion angekommen waren, wollten der Beschuldigte und Dutzende andere ­vermummt ins Stadion. Da sie von der Polizei daran gehindert wurden, kam es zu Ausschreitungen. Der 34-Jährige ergriff die Flucht, um nicht verhaftet zu werden. Dabei rannte er über die Grosse Allmend, überquerte mehrmals die Autobahn A6 und konnte schliesslich von der Polizei gestoppt werden.

«Es war ein Blödsinn»

«Es ist passiert, was soll ich sagen? Es war ein Blödsinn. Und es würde heute nie, nie, nie wieder passieren», sagte der Beschuldigte. Seitdem habe er sein Leben geändert: Er wohne nun im Zürcher Oberland und habe kaum noch Kontakt zu seinen damaligen Freunden. Zudem sei er in regelmässiger psychologischer Behandlung, weil er mit Depressionen und Angstanfällen zu kämpfen habe.

Das Bezirksgericht hatte wenig Mitleid mit dem Mann und sprach ihn in allen Punkten schuldig, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Es verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 16 mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben werden. Es erhöhte gar deutlich die von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafe von neun Monaten Freiheitsstrafe.

Der Beschuldigte hatte Tränen in den Augen

Als das Urteil verkündet wurde, hatte der Ex-Hooligan Tränen in den Augen. Er konnte das Urteil kaum fassen. Auch sein Verteidiger zeigte sich über das Strafmass überrascht und kündigte an, das Urteil ans Obergericht weiterzuziehen.

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