2 Jahre Gefängnis: Ex-Kickbox-Weltmeister schlägt in Lausanne zu

Aktualisiert

2 Jahre GefängnisEx-Kickbox-Weltmeister schlägt in Lausanne zu

Als Kickboxer war er unter dem Namen «Mister K.-O.» bekannt. Weil er auch ausserhalb des Rings zuschlug, muss ein Kosovare aus dem Kanton Waadt nun hinter Gitter.

von
lüs
Er schlug einen Polizisten zusammen und muss nun hinter Gitter: Ex-Kickbox-Star E. B.

Er schlug einen Polizisten zusammen und muss nun hinter Gitter: Ex-Kickbox-Star E. B.

E. B.* (29), ein im Waadtland lebender Kosovare, war einst ein erfolgreicher Kickboxer. Er errang vor einigen Jahren sogar den Amateur-Weltmeistertitel im Schwergewicht. Bekannt war er vor allem unter seinem Kampfnamen «Mister K.-O.». Dass er auch ausserhalb des Rings zugeschlagen hat, wurde ihm nun zum Verhängnis: Ein Gericht in Lausanne hat ihn nun zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, wie 20 minutes berichtet.

Es ging um einen Vorfall, der sich im Dezember 2011 vor einer Diskothek in Lausanne ereignet hatte. Dort hatte «Mister K.-O.» einen Polizisten, der dort im Ausgang war, übel zugerichtet: Erst zertrümmerte er ihm den Kiefer, danach fügte er ihm weitere Fausthiebe und Fusstritte zu – auch, als er schon am Boden lag.

Zeugen beschrieben es als einen Akt von «wilder Gewalt». «Ich habe noch heute eine Platte im Kiefer», sagte das Opfer vor Gericht.

«Der Polizist wollte Kokain von mir»

B. sagt über seine Begegnung mit dem Polizisten, dieser habe ihn im Club nach Kokain gefragt und danach mit einer Pistole bedroht. Dass er zugeschlagen habe, sei Notwehr gewesen. Diese Version bezeichnete die Staatsanwaltschaft als «wenig glaubwürdig»: Der Polizist habe nur ein T-Shirt getragen und keine Möglichkeit gehabt, eine Waffe zu verstecken.

Vor Gericht entschuldigte sich der Kickboxer, der mittlerweile eine Geldtransport-Firma gegründet hat. «Ich wollte ihn nicht verletzen.» Der Richter verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis, davon muss der vorbestrafte Kampfsportler ein Jahr absitzen. Hinter Gittern könnte er auf seinen jüngeren Bruder treffen: Dieser sitzt seit drei Jahren, weil er in Lausanne einen Mann getötet hat.

*Name der Reaktion bekannt.

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