Knabenschiessen: Ex-König schafft die Sensation
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KnabenschiessenEx-König schafft die Sensation

Der neue König ist der alte König: Der 16-jährige Lehrling Yves Miller wurde nach 2006 auch dieses Jahr Schützenkönig. Er brauchte 32 Punkte für seinen Sieg, sein Gegner Dominik Denzler brachte es nur auf 25. Vor Yves Miller war letztmals vor über 80 Jahren ein junger Mann gleich zweimal Schützenkönig geworden.

von
kub

Der Ausstich zwischen Dominik Denzler aus Nänikon und Yves Miller aus Weiningen fand um 11 Uhr statt. Die beiden Finalisten standen schon am Wochenende fest. Miller konnte durch einen Sieg für ein seltenes Ereignis sorgen: Er war schon einmal Schützenkönig. Das war 2006. Fünf Treffer reichten ihm damals für den Sieg (20 Minuten Online berichtete). Allerdings musste er 2006 nicht in den Ausstich, da er als einziger 35 Punkte geschossen hatte. Wie schon beim ersten Mal erhält er als Preisgeld ein Bankkonto mit 5000 Franken.

Vor dem 16-jährigen Konstrukteur im ersten Lehrjahr aus Weiningen war in der über 350-jährigen Geschichte des Zürcher Knabenschiessens bisher erst einmal in Schütze zwei Mal Schützenkönig geworden, und zwar vor mehr als 80 Jahren. Es war damals Otto Horber, der sowohl 1924 wie auch 1926 als Zürcher Schützenkönig aufgeführt wird. Dass es der 16-jähige Miller dieses Jahr schaffen könnte, ebenfalls doppelter Schützenkönig zu werden, hat ihn offenbar nicht unter Druck gesetzt. Er habe sich sehr gut gefühlt und sei recht locker an die ganze Sache herangegangen, sagte er in Radiointerviews.

Am diesjährigen Zürcher Knabenschiessen hatten insgesamt 4979 Knaben und Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren teilgenommen; letztes Jahr waren es .012. Nach Angaben von Pressesprecher Roland Wermelinger betrug der Anteil der Mädchen wiederum rund ein Drittel.

300 000 besuchten die Chilbi

Die Chilbi mit ihren rund 300 Marktständen und Dutzenden von Bahnen lockte dank des spätsommerlichen Wetters rund 300 000 Besucherinnen und Besucher ins Zürcher Albisgüetli. Auch wenn dieses Jahr etwas mehr gespart worden sein dürfte als in früheren Jahren, waren die Bahnen laut Wermelinger gut besucht. Die Stimmung auf dem Rummelplatz bezeichnete er als gut und friedlich.

Aus polizeilicher Sicht zog Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, ebenfalls eine positive Bilanz. Grössere Zwischenfälle seien vorerst nicht registriert worden. In den späten Abendstunden habe es jedoch einzelne Streitereien unter jungen Leuten gegeben, die vor allem auf übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen seien. Die Polizei habe eine relativ hohe sichtbare Präsenz markiert und sei auf diese Weise nicht zuletzt auch präventiv am grössten Zürcher Volksfest unterwegs gewesen. (kub/sda/dapd)

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