Fortaleza: Ex-Lega-Politiker in Brasilien brutal getötet
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FortalezaEx-Lega-Politiker in Brasilien brutal getötet

In Fortaleza an der brasilianischen Atlantikküste wurde ein 79-jähriger Schweizer tot in seiner Wohnung aufgefunden. Gerichtsmediziner gehen von einem gewaltsamen Erstickungstod aus.

von
Reto Heimann
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In der brasilianischen Küstenmetropole Fortaleza wurde ein Schweizer tot aufgefunden.

In der brasilianischen Küstenmetropole Fortaleza wurde ein Schweizer tot aufgefunden.

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Er lag gefesselt mit dem Gesicht nach unten in seiner Wohnung.

Er lag gefesselt mit dem Gesicht nach unten in seiner Wohnung.

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Gerichtsmediziner gehen von einem gewaltsamen Erstickungstod aus. Die Autopsie steht noch aus.

Gerichtsmediziner gehen von einem gewaltsamen Erstickungstod aus. Die Autopsie steht noch aus.

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Darum gehts

  • In Fortaleza, der fünftgrössten Stadt Brasiliens, wurde ein Schweizer tot aufgefunden.

  • Die Indizien sprechen für einen gewaltsamen Erstickungstod, sagen brasilianische Forensiker.

  • Das Opfer war vor sechzehn Jahren aus dem Tessin nach Fortaleza ausgewandert.

  • Er engagierte sich jahrelang als Kommunalpolitiker der Lega.

In der brasilianischen Küstenmetropole Fortaleza wurde ein 79-jähriger Schweizer tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er sei mit dem Kopf nach unten gefesselt gewesen. Die Hinweise würden dafür sprechen, dass er erstickt wurde, berichten brasilianische Medien.

«Im Moment gehen wir davon aus, dass das Opfer mechanisch erstickt wurde», sagt eine Experte der Forensik. Gesicherte Erkenntnisse könne aber nur die Autopsie liefern. Noch am 3. Dezember sei er abends in Begleitung auswärts in einem Restaurant gesichtet worden.

In Fortaleza wollte er den Ruhestand geniessen

Die Putzhilfe sei anderntags misstrauisch geworden, als er weder die Türe geöffnet noch auf Telefonanrufe reagiert habe. Der herbeigerufene Abwart konnte sich mit dem Schlüssel Zugang zur Wohnung verschaffen, wo man das Opfer fand – gefesselt und mutmasslich erdrosselt.

Nachbarn haben den Schweizer am 2. Dezember in Anwesenheit einer Frau beim Betreten seiner Wohnung gesehen. Generell habe er oft Besuch von Frauen gehabt – zumeist Prostituierten, sagen die Nachbarn.

«Er war so gut gelaunt»

Der 79-Jährige hatte der Schweiz vor 16 Jahren den Rücken gekehrt und war nach Brasilien ausgewandert, um dort seinen Ruhestand zu geniessen. Gemäss Informationen von «Blick» hatte er sich zuvor als Kommunalpolitiker der Lega engagiert.

Für sie politisiert er zwischen 1992 und 1996 in der Gemeinde Caslano am Lago di Lugano. «Ich habe meinen Vater noch die Woche zuvor über Skype gesprochen», sagt seine Tochter gegenüber dem Blick. «Er war so gut gelaunt und freute sich, endlich wieder auszugehen, nach zwei Monaten Lockdown.»

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