Angeklagt wegen mehrerer Delikte : Ex-Logistikchef der Kapo Schwyz droht Gefängnis für mehrere Jahre
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Angeklagt wegen mehrerer Delikte Ex-Logistikchef der Kapo Schwyz droht Gefängnis für mehrere Jahre

Der Ex-Logistikchef der Kapo Schwyz steht vor dem Bundesstrafgericht. Er soll für rund 180’000 Fr. Munition und Material auf Kosten der Polizei bestellt und im Darknet verkauft haben.

von
Cheyenne Wyss
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Am Donnerstag hat der Prozess vor dem Bundesstrafgericht Bellinzona gegen den Ex-Logistikchef der Kantonspolizei Schwyz angefangen.

Am Donnerstag hat der Prozess vor dem Bundesstrafgericht Bellinzona gegen den Ex-Logistikchef der Kantonspolizei Schwyz angefangen.

admin
Die Verhandlung soll am Freitag weitergehen.

Die Verhandlung soll am Freitag weitergehen.

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Darum gehts

  • Der einstige Logistikchef der Kapo Schwyz soll Munition und Material im Wert von rund 180’000 Franken auf Kosten seines Arbeitgebers bestellt und anschliessend privat verkauft haben.

  • Diese Höhe der Summe wird vom Angeklagten vor dem Bundesstrafgericht bestritten.

  • Bei seiner Verhaftung 2018 wurden bei ihm 80 Waffen und mehrere zehntausend Patronen sichergestellt.

  • Auch die Beschuldigung, gemeinsame Sache mit einem Deutschen gemacht zu haben oder Waffen an ihn verkauft zu haben, soll der Angeklagte von sich gewiesen haben.

  • Der Prozess geht am Freitag weiter.

  • Für die verschiedenen Delikte sieht das Strafgesetz Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren pro Delikt vor.

Der Prozess vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona gegen den Ex-Logistikchef der Kantonspolizei Schwyz hat am Donnerstag begonnen. Dem zivilen Mitarbeiter wird vorgeworfen, Munition abgezweigt und im Internet illegal mit Waffen gehandelt zu haben. Der Beschuldigte soll zwischen 2009 und 2018 im Namen der Kantonspolizei Munition und Material im Wert von rund 180’000 Franken bestellt haben, das er privat zu seinem Vorteil verwendet haben soll. Zudem soll der Angeklagte zwischen 2012 und 2013 Waffen und Munition ohne Berechtigung gewerbsmässig verkauft und über einen Darknet-Account angeboten haben, wie die Luzerner Zeitung berichtete. Bei seiner Verhaftung 2018 wurden bei ihm 80 Waffen und mehrerezehntausend Patronen sichergestellt.

Hat Angeklagter interne Infos der Kapo an Komplizen weitergegeben?

Sieben Waffen sowie Munition soll der ehemalige zivile Mitarbeiter der Kantonspolizei Schwyz an einen Waffenliebhaber in Süddeutschland verkauft haben. Der Deutsche habe ausserdem im Auftrag des Logistikers Waffen an dritte Käufer übergeben. Die Taten des Komplizen wurden in Deutschland in einem separaten Strafverfahren verfolgt, wie Pilatustoday berichtete. Mit dem Deutschen zusammen soll der Angeklagte nicht nur Waffen und Munition angeboten und verkauft haben, sondern der Mann soll auch interne Informationen der Kapo Schwyz weitergegeben haben, welche wiederum separate Strafuntersuchungen gegen seinen deutschen Partner betroffen hatten.

Gemäss Anklage wirft die Bundesanwaltschaft dem Schwyzer Ex-Kapo-Logistikchef mehrfache qualifizierte Veruntreuung, mehrfache ungetreue Amtsführung, mehrfachen Versuch und Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie mehrfache Verletzung des Amtsgeheimnisses und mehrfache Urkundenfälschung vor. Für diese Delikte sieht das Strafgesetz Freiheitsstrafen pro Delikt von bis zu fünf Jahren vor.

Angeklagter streitet Summe von 180’000 Franken ab

Am Donnerstagmorgen stritt der Angeklagte ab, die Summe von 180’000 Franken veruntreut zu haben. Er habe Munition für rund 40'000 Franken für sich bestellt. Der von der Bundesanwaltschaft in der Anklageschrift aufgeführte Betrag von 180'000 Franken sei jedoch jenseits von dem, was er für sich gekauft habe. Auch die Beschuldigung, gemeinsame Sache mit dem Deutschen gemacht zu haben oder Waffen an ihn verkauft zu haben, soll der Angeklagte von sich gewiesen haben.

Warum der Deutsche den Ex-Logistik-Chef in seinem Strafverfahren in Deutschland schwer belastete, soll der Angeklagte damit erklärt haben, dass der Deutsche die Schuld auf ihn abschieben wollte. Kennengelernt hatte der Angeklagte den Deutschen über die Internet-Verkaufsplattform Ebay. Dort verkaufte der Logistiker verschiedene legale Materialien für Waffen.

Die Verhandlung soll am Freitag fortgesetzt werden. Sollte die Verhandlung am Freitag noch nicht abgeschlossen sein, wird sie am 13. April fortgesetzt. Der angeklagte zivile Mitarbeiter war kein vereidigter Polizist.

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