21.03.2017 05:01

Hittnau ZH

Ex-Manager restauriert jetzt Möbel und Fahrzeuge

Marco D. Jakob hat sich seinen Traum erfüllt: 2014 kündigte er seinen Kader-Job in einem Grossunternehmen. Nun restauriert er Möbel und Fahrzeuge und gestaltet Räume.

von
bec

Jahrelang arbeitete Marco D. Jakob als Manager im Bereich Marketing bei einer grossen Firma. «Die Arbeitszeiten waren lang, der Job turbulent und ich verbrachte viel Zeit im Flugzeug. Das stimmte für mich einfach nicht mehr», sagt der 39-Jährige. Sein Familienleben konnte er mit seinem stressigen Job nicht vereinbaren. Also machte er sein Hobby zum Beruf und gründete in Hittnau im Zürcher Oberland die Firma Vintage Village.

Die Bauruine, die er im Februar 2014 erstand, baute er in eine Werkstatt um. Seitdem restauriert er dort alles – von Lampen und Möbeln bis hin zu Fahrzeugen. Damit ist er seiner lebenslangen Leidenschaft gefolgt. «Alte Sachen haben mich schon immer fasziniert. Schon als Kind sammelte ich Velos aus Altmetall-Containern», sagt Jakob.

Ein anderer Umgangston

Unterdessen besteht das Vintage Village aus ihm und fünf Mitarbeitern. Das Hauptgeschäft besteht darin, Raumgestaltungen zu planen und umzusetzen. «Darin platzieren wir gern Stücke, die wir in unserer Werkstatt restauriert haben», sagt Jakob. Zum Beispiel führen sie die Umbauten für die Sendung «Bumann der Restauranttester» auf 3+ durch.

Jeder im Team hat ein Spezialgebiet, trotzdem sind alles Allrounder. Nach den Erfahrungen, die Jakob in Grossfirmen gemacht hat, arbeitet sein Team jetzt bewusst anders: «Anstatt für ein Projekt Pläne fünfmal hin und her zu schicken, reden wir miteinander und planen zusammen.» So gehe es schneller und vor allem könnten Fehler vermieden werden.

Von freakigen Omas bis zu professionellen Vintage-Händlern

Die Materialien für seine Projekte findet er in seinem Netzwerk aus über 200 Händlern. «Da sind die unterschiedlichsten Leute dabei, von der freakigen Oma bis zum professionellen Vintage-Händler in Paris», sagt der Restaurator. Bereite er eine Raumgestaltung vor, könne er in diesem Netzwerk nach spezifischen Stücken suchen: «Dafür ist es Gold wert.»

Manchmal komme er aber auch über Bekannte zu Projekten, sagt Jakob. Die schicken ihm Fotos von Sachen und fragen ihn, ob er daraus etwas machen wolle: «In 19 von 20 Fällen ist es nichts, aber für den zwanzigsten Fall lohnt es sich», so der 39-Jährige. Brockenhäuser meidet er, das brauche zu viel Zeit und würde nur zu Sachen führen, die jeder schon habe. Die sind für Jakob uninteressant – er suche spezielle, qualitativ hochwertige Stücke, aus denen er etwas Neues schaffen könne.

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