Ex-Miss terrorisiert – mit Sexangeboten

Aktualisiert

Ex-Miss terrorisiert – mit Sexangeboten

Rache im Internet: Ein abgeblitzter Verehrer veröffentlichte die Handy-Nummer der Miss Ostschweiz 2006 in einem Sex-Chatroom.

Agnes Wildhaber wurde sofort mit Anrufen und SMS bombardiert: «Ich sass

am Samstagmorgen beim Coiffeur und mein Handy begann plötzlich wie wild

zu piepsen und zu klingeln», erzählt die 23-Jährige. «Bis am Abend erhielt ich über 100 perverse Sexangebote.»

Für Wildhaber ist klar, wer hinter dem Telefonterror steckt: ein Bekannter, der sie letzte Woche zum Billardspielen ausführen wollte. «Ich sagte ihm ab», so die Blondine, die 2006 zur schönsten Ostschweizerin gewählt wurde. Der Verehrer habe die Schmach nicht ertragen und ihre Handynummer aus Frust in einem Schweizer Sex-Chatroom im Internet veröffentlicht. «Er schrieb dort sinngemäss, die Miss Ostschweiz 2006 suche einen Sexpartner.»

Nachdem sich zahlreiche Interessierte gemeldet hatten, alarmierte Wildhaber die Polizei, um den Täter anzuzeigen. «Wir haben ihr geraten, die Handynummer zu ändern», sagt Hans-Peter Eugster, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, auf Anfrage von 20 Minuten. «Eine strafrechtliche Handhabe für eine Anzeige gibt es allerdings nicht.»

Bernhard Brechbühl

Strafrecht hinkt hinterher

Ein griffiger Artikel gegen Internet- und Handyterror fehlt im Schweizer Strafgesetzbuch. «Was der Verehrer der Miss Ostschweiz 2006 offenbar getan hat, ist meines Erachtens tatsächlich nicht strafbar», sagt der Zürcher Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch. Dies sei störend, aber es dauere Jahre, das Strafrecht zu ändern. «Deshalb hinkt es Übergriffen, die via Internet oder Mobilfunk verübt werden, stets hinterher.»

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