Bundesanwaltschaft: Ex-Mitarbeiter von Behring entlastet
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BundesanwaltschaftEx-Mitarbeiter von Behring entlastet

Nach neun Jahren Untersuchung hat die Bundesanwaltschaft zwei Verfahren gegen Mitarbeiter des mutmasslichen Finanzbetrügers Dieter Behring eingestellt. Weitere könnten folgen.

von
huf
Der Basler Financier Dieter Behring im August 2004.

Der Basler Financier Dieter Behring im August 2004.

2000 Personen vertrauten dem Basler Finanz-Guru Dieter Behring um die Jahrtausendwende ihr Geld an und verloren es, als Behrings Finanzkonstrukt nach dem Börsencrash von 2003 kollabierte. 820 Millionen Franken sind seither verschwunden. Neben Behring, der zur Blütezeit seines Finanzsystems in einer Villa mit Schwimmbecken, Autolift und grossem Weinkeller in der Basler Altstadt wohnte, waren auch zehn weitere Personen mitbeschuldigt.

Gegen diese hatte die Staatsanwaltschaft vor neun Jahren Strafverfahren eröffnet. Nun wurden die Untersuchungen in den ersten zwei Fällen eingestellt, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Die Bundesanwaltschaft sei zum Schluss gekommen, dass den beiden Personen nicht nachgewiesen werden kann, dass sie «das System Behring durchschaut und gebilligt haben». Eine der nun entlasteten Personen, eine frühere Mitarbeiterin Behrings, erhielt eine Entschädigung von 112'000 Franken.

Bund trägt die Kosten

Auch weitere Personen aus Behrings Umkreis könnten ohne Verurteilung davonkommen - dies aufgrund von der Argumentation im Falle jener Person, die die Entschädigung erhält, schreibt die Zeitung weiter.

Die Hauptuntersuchung gegen Dieter Behring selber wird gemäss Bundesanwaltschaft fortgeführt. Wann die Anklage erfolge, sei jedoch offen. Der Basler Financier wurde 2004 wegen Verdacht auf gewerbsmässigen Betrug und Veruntreuung verhaftet und ein halbes Jahr in Untersuchungshaft gesteckt. Seither lebt er wieder auf freiem Fuss. Er weist alle Schuld von sich.

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