Aktualisiert 03.05.2006 14:00

Ex-Ölmagnat Chodorkowski erkrankt nach Hungerstreik

Der inhaftierte frühere Chef des russischen Ölkonzerns Jukos, Michail Chodorkowski, ist nach einem zweitägigen Hungerstreik auf die Krankenstation verlegt worden.

Ein Gefängnissprecher erklärte am Mittwoch, Chodorkowskis Gesundheit sei jedoch nicht ernsthaft gefährdet. Der 42-Jährige könne in Kürze wieder in eine Einzelzelle zurückkehren, sagte Alexander Sidorow. Ein Moskauer Gericht wies unterdessen eine Berufung Chodorkowskis gegen seine Verurteilung zu acht Jahren Haft zurück.

Chodorkowski habe mit dem Hungerstreik gegen seine Einzelhaft protestieren wollen, sagte Sidorow. Ein Sprecher von Chodorkowskis Verteidigerteam, Maxim Dubar, bestätigte die Verlegung in die medizinische Abteilung, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Anwältin Natalia Terechowa wies gegenüber der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti Berichte zurück, ihr Mandant habe eine Lebensmittelvergiftung erlitten. Auch sie nannte keine weiteren Details.

Der einst reichste Mann Russlands war im Mai vorigen Jahres wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden. Kritiker werteten den Prozess als Versuch des Kremls, Chodorkowski auf Grund seiner politischen Ambitionen mundtot zu machen. Vor rund zwei Wochen wurde der 42-Jährige in Einzelhaft verlegt, nach Angaben der Gefängnisleitung, um ihn vor Angriffen durch Mithäftlinge zu schützen. Chodorkowski war zuvor von einem Gefangenen im Schlaf überfallen und mit einem Messer im Gesicht verletzt worden.

Das Moskauer Gericht sehe keine Gründe für eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Chodorkowski, sagte dessen Anwalt Genrich Padwa der Nachrichtenagentur AP. Ein weiterer Berufungsantrag beim obersten Gericht des Landes stehe noch aus. (dapd)

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