Aktualisiert 28.05.2016 08:46

MilitärdiktaturEx-Präsident Argentiniens erhält 20 Jahre Haft

Ein Gericht sprach ehemalige Angehörige der argentinischen Militärjunta für schuldig. Unter ihnen ist auch Reynaldo Bignone, der das Land 1982 bis 1983 regierte.

von
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Bei der Prozesseröffnung: Der frühere Diktator Reynaldo Bignone (r.) und Ex-General Santiago Riveros. (23. August 2012)

Bei der Prozesseröffnung: Der frühere Diktator Reynaldo Bignone (r.) und Ex-General Santiago Riveros. (23. August 2012)

Keystone/Leo La Valle

15 ehemalige argentinische Militärs sind am Freitag wegen der Verfolgung von Oppositionellen in südamerikanischen Militärdiktaturen verurteilt worden. Das Urteil stellt erstmals die kriminelle grenzübergreifende Zusammenarbeit mehrerer Diktaturen fest.

Die Koordination der Militärs und Geheimdienste in Argentinien, Uruguay, Brasilien, Chile, Paraguay und Bolivien in den 1970er- und 1980er-Jahren wurde von den Verantwortlichen «Plan Cóndor» genannt.

Ehemaliger Militärpräsident erhielt 20 Jahre

Ein Berufungsgericht in Buenos Aires befand unter anderen den ehemaligen Militärpräsidenten Reynaldo Bignone (1982-83) für schuldig, massgebend für mehr als hundert Morde mitverantwortlich zu sein. Bignone wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Der 88-jährige Bignone sitzt bereits eine lebenslange Haftstrafe für vielfache Verstösse gegen Menschenrechte während der Militärdiktatur 1976 bis 1983 ab. Er war von 1982 bis 1983 de facto argentinischer Staatspräsident gewesen.

Videla starb während Prozess

Unter den Angeklagten in dem vor über drei Jahren aufgenommen Prozess war ursprünglich auch der ehemalige argentinische Diktator Jorge Videla (1976-1981). Er starb aber 2013.

Die Opfer der Verurteilten waren Uruguayer, Chilenen, Paraguayer, Bolivianer, und Argentinier, die in Zusammenarbeit der damaligen Diktaturen in Südamerika verschleppt, gefoltert und ermordet wurden. Teilweise wurden die im Rahmen des «Plan Cóndor» Verschleppten illegal vom Land der Festnahme in das Geburtsland geführt. (chi/sda)

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